Ich verstehe nur Bahnhof
„Wo sich zwei Strecken wie ein aufgeschlagenes Buch gabeln, liegt der Bahnhof genau im spitzen Winkel dazwischen.“
Keilbahnhof: Der Bahnhof im Winkel zweier Strecken
→ Alles über den Bahnhof in der Gabelung zweier Strecken.
Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon
Kurz gesagt
Ein Keilbahnhof liegt im spitzen Winkel, in dem sich zwei Bahnstrecken gabeln und in verschiedene Richtungen auseinanderlaufen. Die Bahnsteige liegen dabei keilförmig zwischen den beiden Strecken. So kann man an einem Ort bequem zwischen den beiden Richtungen wählen.
Bahnhöfe gibt es in ganz unterschiedlichen Formen, je nachdem wie die Strecken zu ihnen verlaufen.
An manchen Orten gabelt sich eine Strecke in zwei, die danach in verschiedene Richtungen auseinanderlaufen.
Liegt der Bahnhof genau in diesem Winkel, so trägt er einen eigenen Namen und heißt Keilbahnhof.

Wo zwei Strecken sich gabeln
Ein Keilbahnhof entsteht an einem Ort, an dem sich eine Strecke in zwei Richtungen teilt.
Wie die Arme eines Buchstabens laufen die beiden Strecken von hier aus auseinander.
Zwischen ihnen bleibt ein spitzer Winkel, ein Keil, der sich immer weiter öffnet.
Genau in diesem Winkel liegt der Bahnhof mit seinen Gleisen und Bahnsteigen.

Die keilförmige Anlage
Weil der Bahnhof im spitzen Winkel liegt, nimmt seine ganze Anlage eine keilförmige Gestalt an.
An der Spitze des Keils liegen die Gleise dicht beieinander, wo die Strecken sich trennen.
Nach hinten öffnet sich der Keil, und die Gleise laufen immer weiter auseinander.
Diese eigentümliche Form hat dem Keilbahnhof seinen anschaulichen Namen gegeben.
Gut zu wissen
Ein Keilbahnhof liegt im spitzen Winkel, in dem sich zwei Strecken gabeln. Oft liegt ein Bahnsteig zwischen den beiden Strecken, sodass der Umstieg besonders kurz ist.
Anders als beim Kopfbahnhof enden die Gleise nicht, sondern laufen in zwei Richtungen weiter. Anders als beim Turmbahnhof liegen die Strecken nebeneinander, nicht übereinander.
Der Vorteil für die Reisenden
Der große Vorzug eines Keilbahnhofs liegt darin, dass beide Strecken denselben Bahnhof bedienen.
Wer in die eine oder die andere Richtung will, findet an einem Ort seinen Zug.
So lässt sich hier bequem zwischen den beiden Strecken wählen und auch umsteigen.
Der Keilbahnhof verbindet damit die beiden auseinanderlaufenden Wege an einem einzigen Punkt.
Der Bahnsteig im Winkel
Eine Besonderheit sind die Bahnsteige, die sich der keilförmigen Anlage anpassen.
Oft liegt ein Bahnsteig unmittelbar zwischen den beiden auseinanderlaufenden Strecken.
Von ihm aus erreicht man die Züge beider Richtungen, ohne den Bahnsteig wechseln zu müssen.
So ist der Umstieg zwischen den beiden Strecken hier besonders kurz und bequem.
Warum diese Form entsteht
Ein Keilbahnhof entsteht meist dort, wo ein Ort an der Gabelung zweier Strecken liegt.
Statt den Bahnhof an nur eine der beiden Strecken zu legen, baut man ihn in den Winkel.
So bedient ein einziger Bahnhof beide Richtungen zugleich und spart einen zweiten Halt.
Die ungewöhnliche Form ist damit weniger Absicht als die Folge der Lage der Strecken.
Ein Bahnhof mit Charakter
Keilbahnhöfe haben oft einen ganz eigenen und unverwechselbaren Charakter.
Ihr Empfangsgebäude liegt häufig an der Spitze des Keils, wo die Strecken sich trennen.
Von dort öffnet sich der Blick auf die beiden auseinanderstrebenden Gleisbündel.
So erkennt der aufmerksame Reisende einen Keilbahnhof schon an seiner besonderen Gestalt.
Verwandt und doch verschieden
Der Keilbahnhof ist eine von mehreren besonderen Bauformen, die es bei Bahnhöfen gibt.
Anders als der Kopfbahnhof enden die Gleise hier nicht, sondern laufen in zwei Richtungen weiter.
Anders als der Turmbahnhof liegen die Strecken nicht übereinander, sondern nebeneinander im Winkel.
So hat jede dieser Formen ihre eigene Antwort auf die Frage, wie die Strecken zueinander liegen.
Ein Bahnhof aus der Lage geboren
Am Ende ist der Keilbahnhof eine Bauform, die ganz aus der Lage der Strecken geboren ist.
Wo sich zwei Wege gabeln, fügt er sich geschickt in den Winkel zwischen ihnen.
So bedient er beide Richtungen und verbindet sie an einem einzigen Ort.
Wer die keilförmige Anlage kennt, erkennt in ihr die kluge Antwort auf eine besondere Lage.
Woran man ihn erkennt
Einen Keilbahnhof erkennt der aufmerksame Reisende oft schon an der Anordnung seiner Gleise.
An einer Seite laufen die Gleise dicht zusammen, an der anderen streben sie auseinander.
Das Empfangsgebäude liegt häufig an der schmalen Spitze dieses Keils.
Wer beim Ein- oder Ausfahren aus dem Fenster schaut, sieht die beiden Strecken sich gabeln.
Ein seltener, aber besonderer Typ
Unter den vielen Bahnhöfen ist der Keilbahnhof eine vergleichsweise seltene Erscheinung.
Er entsteht nur dort, wo ein Ort genau in der Gabelung zweier Strecken liegt.
Wo diese besondere Lage gegeben ist, aber bietet er den Reisenden große Vorteile.
So gehört der Keilbahnhof zu den kleinen Besonderheiten, die das Netz der Bahn so vielfältig machen.
Häufige Fragen
Was ist ein Keilbahnhof?
Woher kommt der Name?
Was ist der Vorteil?
Warum entsteht diese Form?
Wie unterscheidet er sich von anderen Bahnhöfen?
Weiterfahrt
→ Was ist ein Turmbahnhof? – Bahnsteige übereinander
→ Was ist ein Kopfbahnhof? – wo die Gleise enden
