Ich verstehe nur Bahnhof
„Über dem einen Zug fährt ein anderer quer hinweg – und die Bahnsteige stapeln sich wie die Stockwerke eines Turms.“
Turmbahnhof: Wenn Bahnsteige übereinanderliegen
→ Alles über den Bahnhof mit den Bahnsteigen in mehreren Etagen.
Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon
Kurz gesagt
Ein Turmbahnhof ist ein Bahnhof, in dem sich zwei Bahnstrecken in verschiedenen Höhen kreuzen. Die Bahnsteige der beiden Strecken liegen dabei übereinander, oft rechtwinklig zueinander. So können sich zwei Linien treffen, ohne dass ihre Gleise sich in gleicher Höhe stören.
Die meisten Bahnhöfe sind flach gebaut, mit allen Bahnsteigen nebeneinander auf einer Ebene.
Doch an manchen Orten kreuzen sich zwei Strecken, die auf gleicher Höhe einander im Weg wären.
Für solche Fälle gibt es eine besondere Bauform mit übereinanderliegenden Bahnsteigen, den Turmbahnhof.

Zwei Strecken in zwei Höhen
Ein Turmbahnhof entsteht dort, wo zwei Bahnstrecken einander kreuzen wollen.
Damit sich ihre Gleise nicht in gleicher Höhe in die Quere kommen, verlaufen sie in verschiedenen Ebenen.
Die eine Strecke liegt unten, die andere führt in der Höhe quer darüber hinweg.
So kreuzen sich die Linien, ohne dass ihre Gleise sich jemals berühren oder stören.

Bahnsteige übereinander
Weil die beiden Strecken in verschiedenen Höhen liegen, liegen auch ihre Bahnsteige übereinander.
Der eine Bahnsteig befindet sich unten, der andere hoch darüber in einer zweiten Ebene.
Oft stehen die beiden Bahnsteige rechtwinklig zueinander, wie ein Kreuz aus zwei Ebenen.
Diese Stapelung der Bahnsteige übereinander hat dem Turmbahnhof seinen Namen gegeben.
Gut zu wissen
Im Turmbahnhof liegen die Bahnsteige zweier Strecken übereinander, oft rechtwinklig zueinander. Treppen, Rolltreppen und Aufzüge verbinden die Ebenen.
Man baut so, damit sich die Gleise zweier kreuzender Strecken nicht in gleicher Höhe stören. Ein bekanntes Beispiel ist der Hauptbahnhof von Berlin.
Der Weg von Ebene zu Ebene
Wer in einem Turmbahnhof umsteigen will, muss von der einen Ebene in die andere wechseln.
Treppen, Rolltreppen und Aufzüge verbinden die übereinanderliegenden Bahnsteige miteinander.
So gelangt man vom unteren Bahnsteig bequem hinauf zum oberen oder umgekehrt.
Der Umstieg führt hier also nicht zur Seite, sondern nach oben oder nach unten.
Warum man so baut
Der Turmbahnhof löst ein Problem, das an vielen Kreuzungspunkten zweier Strecken auftritt.
Lägen beide Strecken auf gleicher Höhe, müssten ihre Gleise sich kreuzen und einander behindern.
Ein Zug müsste dann warten, bis der andere die Kreuzung freigegeben hätte.
Durch die Trennung in zwei Höhen entfällt dieses Warten, und beide Strecken bleiben frei befahrbar.
Ein berühmtes Beispiel
Ein besonders bekanntes Beispiel für einen Turmbahnhof ist der Hauptbahnhof der Hauptstadt Berlin.
Dort kreuzen sich die Strecken in zwei Ebenen, die hoch übereinanderliegen.
Unten fahren die Züge in die eine Richtung, oben quer dazu in die andere.
Die gewaltige gläserne Halle verbindet beide Ebenen zu einem eindrucksvollen Ganzen.
Ein Bauwerk mit Anspruch
Ein Turmbahnhof zu bauen ist deutlich aufwendiger als ein gewöhnlicher flacher Bahnhof.
Denn eine der beiden Strecken muss auf Brücken oder in einem Tunnel geführt werden.
Auch die Verbindung der Ebenen mit Treppen und Aufzügen erfordert viel Planung.
Deshalb baut man einen Turmbahnhof nur dort, wo es die Lage der Strecken wirklich verlangt.
Vorteile für die Reisenden
Für die Reisenden hat der Turmbahnhof trotz seines Aufwands große Vorteile.
An einem einzigen Ort treffen zwei Strecken zusammen, die sonst weit auseinanderlägen.
So lässt sich hier bequem zwischen zwei ganz verschiedenen Richtungen umsteigen.
Der Turmbahnhof wird damit zu einem wichtigen Knoten, der zwei Linien elegant verbindet.
Ein Kreuz aus Schienen
Am Ende ist der Turmbahnhof eine ebenso kühne wie kluge Antwort auf ein räumliches Problem.
Wo zwei Strecken sich kreuzen, stapelt er ihre Bahnsteige einfach übereinander wie in einem Turm.
So bleibt der Verkehr auf beiden Linien frei, und die Reisenden können bequem wechseln.
Wer das Prinzip kennt, erkennt in dem Kreuz aus zwei Ebenen ein besonderes Stück Baukunst.
Der Turmbahnhof mit dem Tunnel
Nicht immer führt bei einem Turmbahnhof die eine Strecke hoch über die andere hinweg.
Ebenso gut kann eine der beiden Strecken unter der anderen hindurch in einem Tunnel verlaufen.
Dann liegt der eine Bahnsteig ebenerdig und der andere tief darunter im Untergrund.
Besonders in großen Städten führt so oft eine unterirdische S-Bahn quer unter dem oberirdischen Bahnhof hindurch.
Auch dies ist ein Turmbahnhof, denn die Bahnsteige liegen übereinander, nur eben eine Ebene tiefer.
So kann sich der Turm eines solchen Bahnhofs ebenso nach unten wie nach oben erstrecken.
Ein vertrauter Anblick in großen Städten
Wer in einer großen Stadt reist, begegnet dem Turmbahnhof häufiger, als er vielleicht vermutet.
Überall dort, wo sich zwei wichtige Strecken kreuzen, ist diese Bauform eine naheliegende Lösung.
So verbindet der Turmbahnhof das dichte Gewirr der Linien einer Großstadt auf engem Raum.
Für die Reisenden wird er damit zu einem vertrauten und praktischen Teil ihres täglichen Weges.
Häufige Fragen
Was ist ein Turmbahnhof?
Warum liegen die Bahnsteige übereinander?
Wie steigt man dort um?
Warum baut man so aufwendig?
Gibt es ein bekanntes Beispiel?
Weiterfahrt
→ Was ist ein Knotenbahnhof? – wo Linien zusammenkommen
→ Was ist ein Kopfbahnhof? – wo die Gleise enden
