Ich verstehe nur Bahnhof
„Über eine kleine Treppe geht es hinauf in die zweite Etage – und von dort oben schaut man über die Bahnsteigdächer hinweg.“
Doppelstockzug: Warum manche Züge zwei Etagen haben
→ Alles über den Zug mit den zwei Stockwerken.
Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon
Kurz gesagt
Ein Doppelstockzug besteht aus Wagen mit zwei übereinanderliegenden Etagen. Über eine Treppe erreicht man das obere Stockwerk. Auf gleicher Länge bietet ein solcher Zug so deutlich mehr Sitzplätze als ein gewöhnlicher Wagen. Deshalb ist er besonders im Nahverkehr sehr beliebt.
Wer auf dem Bahnsteig einen besonders hohen Zug einfahren sieht, staunt beim Einsteigen oft über eine kleine Treppe.
Sie führt hinauf in eine zweite Etage, von der aus man über die Bahnsteigdächer hinwegblicken kann.
Dieser Zug mit seinen zwei Stockwerken trägt einen ebenso schlichten wie treffenden Namen: Doppelstockzug.

Ein Zug mit zwei Etagen
Ein Doppelstockzug besteht aus Wagen, die im Inneren zwei übereinanderliegende Etagen besitzen.
Über eine kurze Treppe in der Mitte des Wagens gelangt man von der unteren in die obere Etage.
Beide Ebenen sind mit Sitzen ausgestattet, sodass ein solcher Wagen doppelt so viele Reihen bietet.
So passt auf dieselbe Länge deutlich mehr Sitzfläche als in einen gewöhnlichen einstöckigen Wagen.

Der große Vorteil an Platz
Der wichtigste Grund für den Doppelstockzug ist der große Gewinn an Platz für die Reisenden.
Auf einer gegebenen Länge des Bahnsteigs bringt er weit mehr Menschen unter als ein flacher Zug.
Gerade auf stark nachgefragten Strecken ist dieser zusätzliche Platz Gold wert.
So lässt sich mit derselben Zuglänge ein deutlich größerer Andrang bewältigen.
Gut zu wissen
Weil jeder Zug unter Brücken und durch Tunnel passen muss, sind die beiden Etagen eines Doppelstockwagens niedriger als ein gewöhnliches Zimmer. Die Bauart muss den zusätzlichen Stock in die erlaubte Höhe hineinzwängen.
Viele Doppelstockzüge sind Wendezüge mit einem Steuerwagen, dessen Führerstand oft im obersten Stockwerk sitzt.
Die Grenzen der Höhe
So einleuchtend die zweite Etage ist, so sehr stößt sie an eine feste Grenze, die Höhe.
Denn jeder Zug muss unter Brücken und durch Tunnel passen, die nur begrenzten Raum lassen.
Deshalb sind die beiden Etagen eines Doppelstockwagens niedriger als in einem gewöhnlichen Gebäude.
Die Bauart muss den zusätzlichen Stock also geschickt in die erlaubte Höhe hineinzwängen.
Der Blick von oben
Für viele Reisende hat die obere Etage einen ganz besonderen Reiz, den Blick aus der Höhe.
Von dort oben schaut man über die Bahnsteigdächer und die Umgebung hinweg wie von einer kleinen Empore.
Besonders auf landschaftlich reizvollen Strecken ist die Fahrt im oberen Stock ein Erlebnis.
So macht der Doppelstockzug aus einer gewöhnlichen Fahrt für manche eine kleine Aussichtstour.
Der Steuerwagen im obersten Stock
Viele Doppelstockzüge sind als Wendezüge gebaut und besitzen deshalb einen Steuerwagen.
Bei ihnen liegt der Führerstand oft im obersten Stockwerk an der Stirnseite des vordersten Wagens.
Von dort oben hat das Personal einen besonders guten Blick über die Strecke voraus.
So verbindet der Doppelstockzug seinen großen Fassungsraum mit der Bequemlichkeit des raschen Wendens.
Wo Doppelstockzüge fahren
Besonders im Regionalverkehr und bei manchen Fernzügen sind Doppelstockzüge weit verbreitet.
Auf stark nachgefragten Strecken rund um die großen Städte spielen sie ihren Platzvorteil aus.
Auch viele Regional-Express-Linien setzen auf diese hohen Züge mit ihren zwei Etagen.
So begegnet der Doppelstockzug den Reisenden in vielen Teilen des Landes als vertrauter Anblick.
Einsteigen und Verteilen
Beim Halt an einem Bahnhof verteilen sich die einsteigenden Menschen auf beide Etagen des Wagens.
Ein Teil bleibt unten in der Nähe der Türen, ein anderer steigt die Treppe hinauf.
Diese Verteilung sorgt dafür, dass sich der Andrang gleichmäßig auf den ganzen Wagen verteilt.
Gerade bei großem Andrang hilft die zweite Etage, den Zustieg rascher zu bewältigen.
Ein cleveres Stück Technik
Am Ende ist der Doppelstockzug eine ebenso einfache wie geniale Antwort auf ein altes Problem.
Wo der Platz auf dem Bahnsteig begrenzt ist, schafft er neuen Raum einfach in die Höhe.
So bringt er mehr Menschen unter, ohne dass die Züge länger oder die Bahnsteige größer werden müssten.
Wer das versteht, sieht in der kleinen Treppe zum oberen Stock ein cleveres Stück Technik.
Barrierefrei im unteren Stock
Ein oft übersehener Vorteil des Doppelstockzuges liegt in seinem unteren Stockwerk nahe den Türen.
Dieser Bereich liegt tief und lässt sich dadurch besonders leicht und fast stufenlos betreten.
Menschen im Rollstuhl, mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck finden hier bequem ihren Platz.
So verbindet der Doppelstockzug den Gewinn an Höhe im oberen Stock mit einem leichten Zugang im unteren.
Häufige Fragen
Was ist ein Doppelstockzug?
Warum baut man Doppelstockzüge?
Warum sind die Etagen so niedrig?
Wo sitzt der Lokführer?
Wo fahren Doppelstockzüge?
Weiterfahrt
→ Was ist ein Steuerwagen? – der Wagen mit dem Führerstand
→ Was ist ein Wendezug? – der Zug für beide Richtungen
