Bahn erreicht das Klimaziel, indem sie das Nachmessen abschafft

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

Bahn erreicht das Klimaziel, indem sie das Nachmessen abschafft

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Messpunkt entfällt)

Zwischenziel gestrichen Satire: Waschbär sitzt neben einem umgefallenen Hektometerstein an einer stillgelegten Strecke

Das Ziel steht. Der Messpunkt davor ist weg. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Die Deutsche Bahn hat einen Weg gefunden, ihr Klimaziel 2030 sicher zu erreichen. Sie schafft das Nachmessen ab.

Der Zwischenschritt für 2028 ist gestrichen. Ersetzt wird er nicht, gemessen wird nichts.

„Zwischenziele binden Kapazitäten in der Berichterstattung“, sagt Klimavorstand Doris Zieljahr. Das Messen stört beim Behaupten.

Also lässt man es. Wer nie nachschaut, verfehlt auch nie ein Ziel.

Die frei gewordenen Kapazitäten stehen jetzt der Zielerreichung zur Verfügung. Man spart die Kontrolle und nennt es Fortschritt.

Die nächste Überprüfung ist für 2031 geplant. Ein Jahr nach dem Zieljahr, wenn ohnehin alles vorbei ist.

Nachgeschaut wird also am Grab. Der Kranz ist bestellt, die Zahl bleibt grün.

Grün ist im Konzern eine Farbe der Pressemitteilung, keine des Netzes. Durch die Leitung fließt weiter Diesel.

Dreimal schon wurde der Zwischenschritt gestrichen, dreimal das Endziel bekräftigt. Mit derselben Pressemitteilung, nur das Datum wechselt.

2030 wird das Ziel auf 2035 verschoben. Mit einem neuen Zwischenschritt 2033, der 2031 gestrichen wird.

So bleibt das Ziel ewig frisch, weil es nie fällig wird. Ein Versprechen, das immer in der Zukunft wohnt.

Der Vorstand bekommt seinen Klimabonus trotzdem. Ausgezahlt wird er heute, gemessen wird 2031.

Gemessen wird dann von Leuten, die den Bonus schon ausgegeben haben. An Nachfolgern, die nichts dafürkönnen.

Der Minister lobt die ambitionierte Klimastrategie. Ambitioniert ist daran nur, dass niemand sie je prüft.

Frau Ohlsen wohnt an einer Dieselstrecke. Ihr wurde die Elektrifizierung für 2028 versprochen, schriftlich.

2028 fällt jetzt weg, als Messpunkt und als Versprechen. Übrig bleibt der Dieselzug und der Ruß auf der Fensterbank.

Sie hat nachgefragt, wann denn nun. Die Antwort verwies auf das Zieljahr 2030, das inzwischen 2035 heißt.

Bis dahin atmet sie, was der Konzern nicht mehr misst. Was man nicht misst, gibt es nicht, das gilt auch für Abgase.

Das Ziel steht, unangetastet, in jeder Broschüre. Erreicht wird es durch Weglassen des Beweises.

Die Bahn wird klimaneutral, garantiert. Nachprüfen kann es nur keiner, so ist es geplant.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Dritter gestrichener Zwischenschritt in Folge – 2024, 2026, 2028 +++

+++ Gemessen wird damit erstmals im Zieljahr selbst +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp

  • Neue Slam-Texte zuerst
  • Gedanken vom Gleis
  • Keine E-Mail, kein Spam

Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.

Jetzt Kanal folgen

QR-Code zum Bahn-Slam WhatsApp-Kanal📷 Scannen & folgen
🦝Komm mit meinem Waschbär an Bord – schon jetzt an Gleis 1 der Bahn-Slam-Community.

Kanal ansehen →

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →