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Elf Baugenehmigungen mehr in einem Bezirk, das gilt schon als Erfolg
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (im Verfahren)

Der Chefredakteur besichtigt das Grundstück. Es ist frei. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Das Ziel der Bundesregierung sind 400.000 neue Wohnungen im Jahr. Erreicht wurden zuletzt rund 251.000.
In einem Berliner Bezirk gab es letztes Jahr 90 Baugenehmigungen. Im Jahr davor waren es 79.
Gemeldet wird ein Zuwachs von 14 Prozent. Beide Zahlen sind korrekt.
14 Prozent klingen nach Aufbruch. Es sind elf Genehmigungen mehr.
„Die Entwicklung ist ermutigend“, sagt Bezirkssprecher Kurt Genehmigungszahl. Ermutigend sind elf Genehmigungen mehr.
Ermutigend für die Statistik, nicht für den Wohnungssuchenden. Elf Genehmigungen sind keine elf Wohnungen.
Eine Baugenehmigung ist keine Wohnung. Dazwischen liegen im Schnitt drei Jahre.
Rund 22 Prozent der Genehmigungen werden nicht umgesetzt. Sie verfallen nach drei Jahren.
Verfallen sind letztes Jahr 41 Genehmigungen. Aus 2022.
41 verfallene gegen elf zusätzliche, das ist die wahre Bilanz. Genehmigt wird mehr, gebaut wird weniger.
Frau Riemer sucht eine Wohnung und pendelt derweil zwei Stunden. Ihre Wohnung ist genehmigt, gebaut ist sie nicht.
Sie wohnt weit draußen und fährt lange mit der Bahn. Die Genehmigung in der Stadt hilft ihr in drei Jahren, vielleicht.
Der Vorstand des Bezirks feiert den prozentualen Zuwachs. Prozentual klingt elf nach vierzehn.
Der Minister lobt die positive Dynamik im Wohnungsbau. Dynamisch stieg die Zahl der Genehmigungen um elf.
Gemessen wird die Genehmigung, nicht die Wohnung. Genehmigt ist viel, bezogen wenig.
Zwischen Genehmigung und Wohnung liegen drei Jahre und die Chance zu verfallen. 22 Prozent nehmen sie.
Für die 400.000 Wohnungen fehlt mehr als ein Bezirk mit elf Genehmigungen. Es fehlt die Umsetzung.
So nähert man sich dem Wohnungsziel, indem man elf Genehmigungen als Erfolg meldet. Gebaut wird davon ein Bruchteil, in drei Jahren.
90 statt 79 Genehmigungen, 41 verfallen, ein Ziel von 400.000. Das ist die Dynamik.
Ein Berliner Bezirk meldet 14 Prozent mehr Baugenehmigungen, elf, als Erfolg, während 41 aus 2022 verfielen und das Ziel bei 400.000 Wohnungen liegt. Frau Riemer pendelt zwei Stunden, ihre genehmigte Wohnung ist nicht gebaut.
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