47 Monate geprüft, der Zug fährt mit toter Software

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

47 Monate geprüft, der Zug fährt mit toter Software

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Support abgelaufen)

Zulassungsdauer Software Satire: Waschbär sitzt in einer Halle vor einem fabrikneuen Triebzug unter einer Staubplane

Zugelassen nach siebenundvierzig Monaten. Wartbar war die Software sechsunddreißig. Foto: wpa (Symbolbild)

München (wpa) – Ein neuer Regionalzug ist zugelassen. Es hat 47 Monate gedauert, und am Ende ist seine Software schon tot.

Der Zug darf fahren. Er entspricht in allen Punkten dem Antrag von 2022, als es die Welt von 2022 noch gab.

Geprüft wurde vier Jahre lang ein Stand, der schon beim Einreichen alterte. Man begutachtet eine Leiche und stellt fest: unverändert.

Der Hersteller sichert 36 Monate Software-Pflege zu. Branchenüblich, sagt er, und hat recht.

Drei Jahre Pflege für eine Software, die vier Jahre in der Prüfung liegt. Das kann nicht aufgehen, und es geht auch nicht auf.

Die Pflege endete elf Monate vor der Zulassung. Der Zug war ungewartet, bevor er das erste Mal fahren durfte.

„Das Verfahren ist ordnungsgemäß abgeschlossen“, sagt Prüfamtsleiter Dietmar Stempelkissen und schaut so stolz, als hätte er etwas geleistet.

Geleistet hat er 47 Monate Sitzfleisch. Das Amt misst seine Arbeit in Monaten, nicht in Ergebnissen.

Jede Änderung an der Software wäre ein neues Verfahren. Also ändert keiner etwas, lieber fährt man mit den Löchern von vorgestern.

Sicherheitslücken altern nicht mit Würde. Sie warten geduldig auf den Ersten, der sie findet.

Der Vorstand hat den Zug trotzdem präsentiert. Mit Konfetti, roter Schleife und einem Wort, das er nicht buchstabieren kann: Update.

Für den Nachfolgezug ist ein beschleunigtes Verfahren geplant. Es soll nur 36 Monate dauern.

36 Monate sind genau die Support-Zeit der Software. Der Nachfolger ist also am Tag der Zulassung ebenfalls tot.

Das Amt nennt das Planbarkeit. Planbar ist hier nur, dass alles zu spät kommt.

Der Minister lobt die Modernisierung der Flotte. Modern ist daran der Antrag, und der ist von 2022.

Bezahlt hat die vier Jahre der Steuerzahler. Bekommen hat er einen Neuwagen mit dem Innenleben eines Museums.

Frau Kranz steigt jeden Morgen ein. Sie hält den Zug für neu, weil er neu aussieht.

Neu ist der Lack. Alt ist alles, worauf es ankommt.

Beschwerden zur Software beantwortet niemand. Zuständig wäre der Support, und der ist seit elf Monaten aus.

Der Zug ist zugelassen, sauber, für ein Jahrzehnt. Das Jahrzehnt ist leider schon vorbei.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Der Prüfstand wird zu Beginn festgelegt, Änderungen erfordern elf Monate Nachprüfung +++

+++ Bei Zulassung ist das Betriebssystem vier Jahre alt, der Support endet +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp

  • Neue Slam-Texte zuerst
  • Gedanken vom Gleis
  • Keine E-Mail, kein Spam

Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.

Jetzt Kanal folgen

QR-Code zum Bahn-Slam WhatsApp-Kanal📷 Scannen & folgen
🦝Komm mit meinem Waschbär an Bord – schon jetzt an Gleis 1 der Bahn-Slam-Community.

Kanal ansehen →

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →