⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.
Bahn erklärt tote Steckdosen zum Gestaltungselement
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Akku bei 12 Prozent)

Die Dose ist da. Der Strom nicht. Foto: wpa (Symbolbild)
Kassel (wpa) – Die Steckdosen in den Fernzügen der Bahn werden umgewidmet. Sie gelten jetzt als Gestaltungselement.
Strom liefern sie nicht mehr zuverlässig. Zuletzt fiel jeder dritte Platz aus.
„Eine Steckdose erfüllt auch ohne Strom eine Funktion“, sagt Produktchefin Nadine Lehnenklapp. Sie zeige, dass an den Fahrgast gedacht wurde.
Diese Geste bleibe erhalten. Technisch liegt es an der Verteilung.
Jeder Wagen hat eine begrenzte Leistung. Ausgelegt wurde das Netz 2002.
Die Annahme damals: ein Laptop je Wagen. Heute sind es 41.
Bei Überlastung schaltet die Sicherung ab. Dann ist der halbe Wagen dunkel.
Zurücksetzen muss das Personal. Ist keins da, bleibt es dunkel.
Die Nachrüstung kostet 94.000 Euro je Zug. Bei 260 Zügen sind das 24 Millionen.
Beschlossen wurde stattdessen die Abschaltung. Die kostet nichts.
Die Dose bleibt, weil Ausbau teurer wäre als Nichtstun.
Im Ausstattungsverzeichnis steht sie weiter. Ein Ausbau der Bordnetze ist geplant.
Er soll 2033 beginnen. Bis dahin gilt eine Empfehlung.
Reisende sollen ihre Geräte vorher laden. Für lange Strecken empfiehlt die Bahn eine Zusatzbatterie.
Die gibt es im Bordbistro. Das Bordbistro ist oft geschlossen.
Darauf geht der Hinweis nicht ein.
Fahrgastverbände nennen die Umwidmung zynisch. Eine Steckdose ohne Strom sei ein Loch in der Wand.
Die Bahn widerspricht. Die Dose sei funktionsfähig, nur eben ohne Strom.
In der ersten Klasse ist es besser. Da funktionieren 80 Prozent der Anschlüsse.
Das liegt an der geringeren Auslastung. Weniger Menschen laden weniger.
Damit ist der Aufpreis erstmals messbar begründet. Er beträgt 39 Euro.
Für die zweite Klasse wird eine Lösung geprüft. Im Gespräch ist eine Ladekarte.
Sie soll den Zugang zu funktionierenden Dosen regeln. Der Preis steht noch nicht fest.
Zugeteilt würden die Dosen nach Buchung. Gebucht wird über die App.
Die App braucht Empfang. Den gibt es auf 59 Prozent der Strecke.
Und Strom für das Telefon.
Herr Rehberg fährt zweimal die Woche von Kassel nach Frankfurt. Er hat sich anders beholfen.
Er sitzt am Fenster in der Sonne. Sein Gerät lädt da nicht.
Aber es wird wenigstens warm.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Bordnetz 2002 für einen Laptop je Wagen ausgelegt, heute sind es 41 +++
+++ Nachrüstung 24 Millionen, Abschaltung kostet nichts +++
Mehr Satire-Ersatzverkehr:
Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.
Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp
- Neue Slam-Texte zuerst
- Gedanken vom Gleis
- Keine E-Mail, kein Spam
Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.
Jetzt Kanal folgen