Bahn erklärt ihre toten Steckdosen zum Gestaltungselement

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Bahn erklärt ihre toten Steckdosen zum Gestaltungselement

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Akku bei 12 Prozent)

Steckdose Satire: Waschbär sitzt auf einem Zugsitz und blickt auf eine Steckdose an der Wand

Die Dose ist da. Der Strom nicht. Foto: wpa (Symbolbild)

Kassel (wpa) – Die Steckdosen in den Fernzügen der Bahn werden umgewidmet. Sie gelten jetzt als Gestaltungselement.

Strom liefern sie nicht mehr zuverlässig. Zuletzt fiel jeder dritte Platz aus.

„Eine Steckdose erfüllt auch ohne Strom eine Funktion“, sagt Produktchefin Nadine Steckdosenzier. Sie zeige, dass an den Fahrgast gedacht wurde.

Gedacht wurde an ihn, geliefert wird kein Strom. Die Geste bleibt, die Ladung nicht.

Diese Geste bleibe erhalten. Technisch liegt es an der Verteilung.

Jeder Wagen hat eine begrenzte Leistung. Ausgelegt wurde das Netz 2002.

Die Annahme damals: ein Laptop je Wagen. Heute sind es 41.

41 gegen einen, dasselbe Netz von 2002. Die Sicherung kennt die Zahl und gibt auf.

Bei Überlastung schaltet die Sicherung ab. Dann ist der halbe Wagen dunkel.

Herr Borg steckte sein Ladegerät ein, das Handy blieb bei acht Prozent. Die Dose war da, der Strom nicht.

Er wechselte den Platz, dieselbe Lage, dieselbe leere Dose. Gestaltet war der Wagen, geladen wurde nichts.

Der Vorstand nennt die Umwidmung ehrlich. Ehrlich ist, eine tote Dose nicht mehr Steckdose zu nennen.

Ein Netz von 2002 trägt keine 41 Laptops. Es trägt die Annahme, es seien noch einer.

Der Minister lobt die Ausstattung der Fernzüge mit Steckplätzen. Ausgestattet sind sie, bestromt nicht.

Gemessen wird die Zahl der Steckdosen, nicht die der funktionierenden. Vorhanden sind viele, geladen ein Drittel weniger.

Für eine Netzertüchtigung gäbe es einen Plan. Er ist teurer als die Umwidmung zum Gestaltungselement.

Die Dose bleibt an der Wand, als Symbol der guten Absicht. Strom ist darin ein Zufall.

So löst die Bahn den Strommangel, indem sie die Dose zur Zierde erklärt. Gedacht wurde an den Fahrgast, geladen wird sein Nachbar.

Jeder dritte Platz ohne Strom, ein Netz von 2002, 41 Laptops. Das ist das Gestaltungselement.

Weil in den Fernzügen jeder dritte Steckplatz ausfällt, erklärt die Bahn die Steckdosen zum Gestaltungselement, das zeige, dass an den Fahrgast gedacht wurde. Herrn Borgs Handy blieb bei acht Prozent, das Netz ist von 2002.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Bordnetz 2002 für einen Laptop je Wagen ausgelegt, heute sind es 41 +++

+++ Nachrüstung 24 Millionen, Abschaltung kostet nichts +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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