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Digitaler Zugbegleiter kann grüßen und informieren, nur nicht helfen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (unkontrolliert)

Das neue Personal im Einsatz. Es grüßt zuverlässig. Foto: wpa (Symbolbild)
Leipzig (wpa) – Die Deutsche Bahn testet einen digitalen Zugbegleiter. Er läuft auf Bildschirmen in jedem Wagen.
Das System begrüßt Reisende, informiert über Halte und wünscht gute Reise. Fahrkarten kann es nicht prüfen.
„Das war nie der Kern der Aufgabe“, sagt Projektleiterin Sabine Bordschirm. Der Kern ist Präsenz.
Präsent ist der Bildschirm, hilflos auch. Er zeigt sich, er hilft nicht.
Präsenz zeige das System zuverlässig. Es sei immer da und immer freundlich.
Immer da, immer freundlich, immer ohne Antwort. Der digitale Begleiter begleitet, mehr nicht.
Im Test auf der Strecke Leipzig–Erfurt sank die Zahl der Beschwerden. Sie sank auf null.
Beschwerden nimmt das System nämlich nicht entgegen. Es verweist auf ein Formular.
Das Formular liegt online. Der Zugang braucht WLAN.
Das WLAN wechselt sein Passwort schneller, als es angezeigt wird. So bleibt die Beschwerde bei null.
Herr Daube wollte einen Anschluss klären und sprach den Bildschirm an. Der Bildschirm wünschte ihm gute Reise.
Er fragte noch einmal, der Bildschirm begrüßte ihn erneut. Präsent war das System, taub für die Frage.
Der Vorstand nennt den Test einen Erfolg. Erfolgreich sank die Zahl der Beschwerden, weil keiner mehr durchkommt.
Ein Zugbegleiter, der nicht prüft und nicht hilft, begleitet nur die Fahrt. Begleitet wird das Schweigen, freundlich.
Der Minister lobt die Digitalisierung des Bordservice. Digitalisiert ist der Gruß, verschwunden die Hilfe.
Gemessen wird die Zahl der Beschwerden, nicht der gelösten Fälle. Null Beschwerden, null Lösungen.
Für echte Fragen bräuchte es einen Menschen. Es gibt einen Bildschirm, der gute Reise wünscht.
So spart die Bahn den Zugbegleiter, indem ein Bildschirm ihn ersetzt. Präsent ist er, hilflos, freundlich.
Begrüßung, Halte, gute Reise, null Beschwerden, kein Mensch. Das ist der digitale Begleiter.
Der digitale Zugbegleiter begrüßt, informiert über Halte und wünscht gute Reise, helfen kann er nicht, und die Beschwerden sanken auf null, weil er sie nicht entgegennimmt. Herr Daube fragte zweimal, zweimal wünschte ihm der Bildschirm gute Reise.
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