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Ausfallquote halbiert: Ein Zug fällt künftig erst aus, wenn er zweimal hintereinander nicht fährt
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (nach neuer Zählung)

Der Chefredakteur zählt die Ausfälle. Es sind weniger geworden. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Der Konzern hat die Definition eines Zugausfalls geändert. Ein einzelner ausgefallener Zug gilt künftig als Unregelmäßigkeit.
Als Ausfall gilt erst, wenn zwei aufeinanderfolgende Züge derselben Linie nicht fahren. Erst dann wird gezählt.
Die Ausfallquote sank dadurch von 6,2 auf 3,1 Prozent. Gefahren wurde wie im Vorjahr.
„Wir bilden die Wirkung auf die Reisekette ab“, erklärt Qualitätsvorständin Anke Messgröße. Abgebildet wird der zweite Ausfall.
Der Gedanke ist nachvollziehbar. Wer einen Zug verpasst, nimmt den nächsten.
Er ist nachvollziehbar bei einem Zehnminutentakt. Bei einem Stundentakt ist er es nicht.
Im Stundentakt fahren rund 61 Prozent der deutschen Regionalverbindungen. Dort bedeutet ein Ausfall eine Stunde.
Eine Stunde ist keine Unregelmäßigkeit. Sie ist ein Arbeitstag mit Abmahnung.
Die neue Definition unterscheidet nicht nach Takt. Eine Unterscheidung wäre aufwendig gewesen.
Aufwendig ist sie, weil die Taktdaten in einem anderen System liegen. Beide Systeme sind seit 2018 zur Kopplung vorgesehen.
Der Meilenstein liegt bei 2030. Bis dahin gilt die einheitliche Regel.
Einzelne Ausfälle werden weiterhin erfasst. Berichtet werden sie nicht.
Erfasst werden sie im internen System. Abrufbar sind sie auf Antrag.
Beantragt hat sie im Juli ein Fahrgastverband. Die Antwort steht aus.
Die Quote geht in den Finanzierungsvertrag mit dem Bund ein. Sie ist dort mit einer Sanktion hinterlegt.
Die Sanktion greift ab 5 Prozent. Vor der Änderung lag die Quote darüber.
Nach der Änderung liegt sie darunter. Die Sanktion entfällt.
Sie hätte 41 Millionen Euro betragen. Diese Zahl steht in der Vertragsanlage.
Der Bund hat der Definitionsänderung zugestimmt. Zugestimmt hat das Fachreferat.
Beraten wurde sie in einer Sitzung. Sie dauerte 40 Minuten.
Frau Grabowski fährt auf einer Linie im Stundentakt. Ihr Zug fiel im Juli an elf Tagen aus.
An zwei dieser Tage fiel auch der nächste aus. Gezählt wurden zwei Ausfälle.
Die übrigen neun sind Unregelmäßigkeiten. Sie erscheinen in keiner Veröffentlichung.
Ihre Abmahnung erscheint in ihrer Personalakte. Dort werden alle elf geführt.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Quote von 6,2 auf 3,1 Prozent gesunken, gefahren wurde wie im Vorjahr +++
+++ Einzelne Ausfälle laufen jetzt als Unregelmäßigkeit, sie werden nicht berichtet +++
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