Servicekraft misst Wartezeit mit einem Stift

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Servicekraft misst Wartezeit mit einem Stift

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Platz 14 von 30)

Warteschlange Satire: Waschbär steht in einer Reihe wartender Menschen in einer Bahnhofshalle

Position 14. Voraussichtliche Ankunft in 26 Minuten. Foto: wpa (Symbolbild)

Essen (wpa) – Am Servicepoint in Essen hängt seit Juli ein Fahrplan. Er gilt für die Warteschlange.

Der Plan nennt die voraussichtliche Wartezeit. Sie hängt von der Position ab.

Wer als Vierzehnter ansteht, wartet 26 Minuten. Erfahrungswert.

Die Angabe stimmt in 94 Prozent der Fälle. Besser als der Zugfahrplan.

„Wir haben es einfach gemessen“, sagt Servicekraft Marion Wartemarke. Gemessen hat sie sechs Wochen lang.

Die Idee kam von ihr selbst. Ein Auftrag lag nicht vor.

Den Plan hat sie auf einem Blatt Papier entworfen. Jetzt hängt er laminiert an der Säule.

Aktualisiert wird er monatlich. Von ihr.

Fahrgäste reagieren positiv. Die Nachfragen sanken um ein Drittel.

Auch die Stimmung besserte sich. Das berichten die Kollegen.

Wer die Wartezeit kennt, wartet ruhiger. Ein bekannter Effekt.

Die Bahn hat den Fall bemerkt. Sie prüft eine Übernahme an anderen Standorten.

Dafür wäre eine Studie nötig. Sie ist ausgeschrieben.

Die Kosten liegen bei 240.000 Euro. Die Laufzeit bei 18 Monaten.

Die Mitarbeiterin in Essen brauchte sechs Wochen. Und einen Stift.

Darauf angesprochen, verweist die Bahn auf die Übertragbarkeit. Jeder Standort sei anders.

Das stimmt. In München stehen mehr Menschen an.

In Kleinstädten weniger. Die Wartezeit unterscheidet sich erheblich.

Genau das würde die Studie erfassen. Standort für Standort.

Vorgesehen sind 40 Bahnhöfe. Essen ist nicht dabei.

Dort gibt es den Plan schon. Das gilt als Doppelarbeit.

Der Servicepoint ist mit zwei Personen besetzt. Vorgesehen sind vier.

Die beiden Stellen sind seit 2022 ausgeschrieben. Elf Bewerbungen kamen.

Eingestellt wurde niemand. Grund laut Vermerken: die Eingruppierung.

Sie liegt eine Stufe unter dem, was der Einzelhandel im selben Bahnhof zahlt.

Für die Digitalisierung des Servicepoints sind 240.000 Euro bewilligt. Zwei Stellen kosten 96.000 im Jahr.

Frau Wartemarke hat angeboten, ihre Methode weiterzugeben. Eine Antwort kam nicht.

Ihr Plan hängt weiter an der Säule.

Die Methode war ja nicht ausgeschrieben.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Servicepoint mit zwei statt vier Personen besetzt, Stellen seit 2022 ausgeschrieben, elf Bewerbungen +++

+++ 240.000 Euro für die Digitalisierung bewilligt – zwei Stellen kosten 96.000 im Jahr +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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