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Englische Ansage nur bei schlechten Nachrichten
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (bad news only)

Der Lautsprecher meldet sich. Auf Englisch. Foto: wpa (Symbolbild)
Frankfurt am Main (wpa) – Im Fernverkehr gibt es englische Durchsagen. Sie kommen bei Verspätungen und Störungen.
Bei planmäßiger Fahrt bleibt es beim Deutschen. So ist es eingerichtet.
Internationale Fahrgäste hören also nur schlechte Nachrichten. Positive Ansagen erreichen sie nicht.
„Die Priorisierung folgt dem Informationsbedarf“, sagt Kommunikationsleiterin Birgit Zweisprachig. Erklärungsbedürftig sei die Panne.
Die Höflichkeit offenbar nicht. Begrüßung und Dank bleiben deutsch.
Der Hinweis aufs Bordbistro ist es auch. Er kommt nur auf Deutsch.
Ebenso die Begrüßung. Und der Dank für die Reise mit der Bahn.
Auf Englisch erfährt der Gast nur, was schiefgeht. Willkommen ist er auf Deutsch, gestrandet auf Englisch.
Frau Halloran reist aus Dublin und versteht kein Deutsch. Sie kennt die Stimme der Bahn nur aus Störungen.
Sie hörte, dass sich der Zug verspätet, auf Englisch. Dass man ihr für die Reise dankt, blieb ihr verborgen.
Für sie ist die deutsche Bahn eine Folge von Pannen. Das Angenehme sprach nie zu ihr.
Eine Fahrgastbefragung im April bestätigte den Eindruck. 78 Prozent der internationalen Gäste kannten nur Störungsansagen.
Der Vorstand nennt die Regelung bedarfsgerecht. Bedarf besteht offenbar nur an Entschuldigungen.
Wer nur die Pannen übersetzt, macht die Panne zur Botschaft. Auf Englisch ist die Bahn eine Reihe von Verspätungen.
Der Minister lobt die internationale Ausrichtung des Fernverkehrs. International ist die Störung, national der Dank.
Gemessen wird der Informationsbedarf, nicht die Gastfreundschaft. Informiert wird über Pannen, geschwiegen bei Willkommen.
Für eine englische Begrüßung fehlt die Priorität. Für die englische Entschuldigung nicht.
So spricht die Bahn mit ihren Gästen, indem sie sich nur auf Englisch entschuldigt. Gegrüßt wird auf Deutsch, gestört auf Englisch.
Die gute Nachricht bleibt daheim, die schlechte reist mit. In zwei Sprachen die Panne, in einer der Dank.
Im Fernverkehr hören internationale Gäste die englische Durchsage nur bei Verspätung und Störung, 78 Prozent kannten nur die Pannen. Willkommen heißt die Bahn auf Deutsch, entschuldigen tut sie sich auf Englisch, und Frau Halloran hält sie für eine Folge von Störungen.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Englische Durchsagen 190.000 Euro im Jahr, geführt als sparpflichtiger Betriebsaufwand +++
+++ Polstermuster 31 Millionen, geführt als aktivierbare Investition +++
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