Kandidat macht Wahlkampf per Bahn und erreicht zwei von neun Terminen

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Kandidat macht Wahlkampf per Bahn und erreicht zwei von neun Terminen

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (mit Aufenthalt)

Wahlkampf Satire: Waschbär steht mit einem leeren Wahlplakat auf einem Bahnsteig

Der Chefredakteur wartet auf den Kandidaten. Er ist im Gespräch. Foto: wpa (Symbolbild)

Fulda (wpa) – Ein Bundestagskandidat hat seine Wahlkampftour mit der Bahn beendet. Geplant waren neun Termine in drei Tagen.

Erreicht wurden zwei. Die anderen sieben fielen aus.

Ausgefallen wegen verpasster Anschlüsse. Die Umsteigezeiten lagen bei acht Minuten.

Acht Minuten sind Regelübergangszeit. Sie gilt auch für Reisende ohne Wahlkampf.

Der Kandidat wollte für bessere Bahnen werben. Die Bahn ließ ihn nicht zu den Terminen.

Sieben Reden fielen aus, weil der Anschluss weg war. Gehört hat ihn, wer zufällig am Gleis stand.

Der längste ungeplante Aufenthalt dauerte vier Stunden. In Fulda.

In diesen vier Stunden sprach der Kandidat mit rund 40 Wartenden. Das Team nennt es das beste Format der Tour.

„Näher am Bürger geht es nicht“, sagt Wahlkampfleiter Konrad Terminausfall. Näher brachte ihn die Verspätung, nicht das Programm.

Die 40 Wartenden hatten dasselbe Problem wie er. Ihr Zug kam nicht, nur reden konnten sie.

Herr Kolbe war einer der 40. Er wollte nach Hause, nicht in ein Gespräch über die Bahn.

Er bekam das Gespräch, nicht den Zug. Beides dauerte, nur eins war geplant.

Der Kandidat verspricht im Wahlkampf pünktliche Züge. Erlebt hat er das Gegenteil, live, drei Tage lang.

Sein Programm fordert Milliarden fürs Netz. Sein Fahrplan hielt nicht einmal einen Nachmittag.

Der Minister lobt das Engagement, klimafreundlich zu reisen. Klimafreundlich stand der Kandidat, viel und lange.

Gemessen wird die Zahl der Auftritte, nicht der erreichten. Aufgetreten ist er zweimal geplant, einmal gestrandet.

Das beste Format war der Zufall. Vier Stunden Bahnsteig, 40 Menschen, ein gemeinsames Warten.

Für die nächste Tour ist ein Bus im Gespräch. Er käme an, das wäre der ganze Vorteil.

So wirbt man für die Schiene, indem man an ihr strandet. Der Kandidat kennt sein Thema jetzt aus dem Wartebereich.

Neun Termine waren geplant, zwei wurden erreicht, sieben fraß der Anschluss. Das beste Format der Wahlkampftour war die vierstündige Verspätung in Fulda, unfreiwillig, aber ehrlich.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Zwei von neun Terminen erreicht, Umsteigezeiten acht Minuten +++

+++ Für ausgefallene Termine sprang ein Mitarbeiter ein – für Reisende gibt es diesen Ersatz nicht +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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