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Vier Länder verpassen im Zug die Abstimmung zum Schnellausbau
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (namentlich abgestimmt)

Der Chefredakteur zählt die Stimmen. Vier fehlen. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Der Bundesrat hat ein Gesetz zur Beschleunigung des Schienenausbaus beschlossen. Vier Ländervertretungen fehlten.
Alle vier waren mit der Bahn angereist. Schleswig-Holstein, Thüringen, Sachsen und das Saarland.
Die Abstimmung war für 10:30 Uhr angesetzt. Sie begann um 10:34 Uhr.
Die vier trafen zwischen 11:15 und 13:40 Uhr ein. Da war das Gesetz beschlossen.
Beschlossen mit 45 von 69 Stimmen. Die vier hätten das Ergebnis nicht geändert.
Beschlossen wurde die Beschleunigung. Von denen, die pünktlich waren, weil ihr Zug fuhr.
„Die Sitzungsleitung hat korrekt gehandelt“, teilt Verwaltungssprecher Konrad Beschlussreif mit. Gehandelt wurde nach Geschäftsordnung.
Die Geschäftsordnung kennt keine Verspätung als Grund. Der Fahrplan schon.
Ein Gesetz gegen langsame Bahnen, beschlossen dank langsamer Bahnen. Vier Vertreter saßen noch im Zug.
Sie wollten für den schnellen Ausbau stimmen. Der langsame Ausbau hielt sie auf.
Herr Balzer wartet in einem der vier Länder auf seinen Ausbau. Beschlossen ist er jetzt, ohne die Stimme seines Landes.
Seine Vertretung stand am Bahnsteig, als abgestimmt wurde. Vertreten wurde er von der Abwesenheit.
Der Minister lobt die zügige Beschlussfassung. Zügig war sie, weil vier Züge es nicht waren.
Das Gesetz soll Strecken schneller machen. Zuerst hat es vier Vertretungen langsamer gemacht.
Gemessen wird die Beschlussfähigkeit, nicht die Vollständigkeit. Beschlussfähig war der Saal, unvollständig das Land.
Vier Stimmen fehlten, das Ergebnis stand trotzdem. Nötig waren sie nicht, das ist der einzige Trost.
Für die nächste Sitzung wird frühere Anreise empfohlen. Am besten am Vortag, der Bahn wegen.
So beschließt man den schnellen Ausbau. Ohne die, deren Bahn zu langsam war, um zur Abstimmung zu kommen.
Die Beschleunigung ist Gesetz, die Verspätung war ihr Geburtshelfer. Beide standen im selben Fahrplan.
Vier Länder verpassten im Zug die Abstimmung über den schnelleren Schienenausbau. Das Gesetz gegen die Verspätung wurde beschlossen, während die Verspäteten noch zwischen zwei Bahnhöfen standen.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Vier Ländervertretungen kamen über sanierte Korridore nicht rechtzeitig an +++
+++ Die Sanierung dieser Korridore wird aus denselben Mitteln bestritten, über die abgestimmt wurde +++
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