Direktzug gestrichen, dann Zuschlag fürs Umsteigen

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Direktzug gestrichen, dann Zuschlag fürs Umsteigen

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (zuzüglich Wegeentgelt)

Umstiegszuschlag Satire: Waschbär sitzt auf einer Treppe an einem leeren Umsteigebahnhof mit mehreren Bahnsteigen

Zweiter Umstieg der Reise. Macht 4,80 Euro Wegeentgelt. Foto: wpa (Symbolbild)

Köln (wpa) – Die Bahn führt einen Zuschlag pro Umstieg ein, 2,40 Euro. Umsteigen muss man, weil sie den Direktzug gestrichen hat.

Der Zuschlag heißt „Wegeentgelt“, geregelt in Ziffer 4.7. Ein Entgelt für einen Weg, den man nicht wollte.

Begründet wird er mit dem Aufwand. Jeder Umstieg brauche eine eigene Anschlusssicherung.

„Das stimmt sogar“, sagt Vertriebsvorstand Egon Wegeentgelt, fast entschuldigend. Es stimmt, nur die Ursache verschweigt er.

Umstiege entstehen, wenn es keine Direktverbindung gibt. Die Direktverbindung hat die Bahn abgebaut.

Erst nimmt sie den durchgehenden Zug. Dann kassiert sie fürs Umsteigen, das sie erzwingt.

Ein perfektes Geschäft: das Problem verkaufen, das man selbst geschaffen hat. Zweimal verdient, einmal am Abbau, einmal am Zuschlag.

Je mehr Direktzüge fallen, desto mehr Umstiege. Je mehr Umstiege, desto mehr Wegeentgelt.

So lohnt sich der Abbau doppelt. Man spart den Zug und kassiert den Umweg.

Der Fahrgast zahlt für die Lücke im Fahrplan. 2,40 Euro pro Loch, das der Konzern gerissen hat.

Auf mancher Strecke sind es drei Umstiege. Macht 7,20 Euro, für eine Fahrt, die früher einer machte.

Der Vorstand nennt das verursachergerechte Bepreisung. Verursacher ist der Konzern, gerecht zahlt der Fahrgast.

Frau Bode fuhr früher direkt zur Arbeit. Der Direktzug fiel weg, jetzt steigt sie zweimal um.

Für die zwei Umstiege zahlt sie 4,80 Euro extra. Für einen Weg, den sie nie gewählt hat.

Sie fragte, ob sie den Direktzug zurückhaben könne. Man sagte, der sei unwirtschaftlich gewesen.

Unwirtschaftlich war der Zug, der ihr keinen Zuschlag brachte. Wirtschaftlich ist der Umstieg, der es tut.

Der Minister lobt die faire Kostenbeteiligung. Fair beteiligt wird der Fahrgast an einem Mangel.

Nächstes Jahr steigt das Wegeentgelt auf 2,90 Euro. Und ein paar weitere Direktzüge fallen weg.

So wächst die Zahl der Umstiege planvoll. Jeder gestrichene Zug ist ein neuer Zuschlag.

Erst streicht die Bahn den Direktzug, dann kassiert sie fürs Umsteigen. Sie verkauft Ihnen das Loch, das sie selbst gerissen hat.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 41 Direktverbindungen abgebaut, ersetzt durch Umstiege – jeder kostet 2,40 Euro +++

+++ Wer 2019 durchfuhr, zahlt heute 4,80 mehr bei 51 Minuten längerer Fahrzeit +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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