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Fahrpreis richtet sich künftig nach der Anzahl der Umstiege
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (zuzüglich Wegeentgelt)

Zweiter Umstieg der Reise. Macht 4,80 Euro Wegeentgelt. Foto: wpa (Symbolbild)
Köln (wpa) – Die Deutsche Bahn führt einen Zuschlag pro Umstieg ein. Er beträgt 2,40 Euro.
Geregelt ist er in Ziffer 4.7 der Beförderungsbedingungen. Die Bezeichnung lautet Wegeentgelt.
Begründet wird der Zuschlag mit dem Aufwand. Jeder Umstieg erfordere eine eigene Anschlusssicherung.
Die Zahl der Umstiege ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Grund ist die Streichung von Direktverbindungen.
Auf der Relation Köln–Dresden waren es 2019 null Umstiege. Heute sind es zwei.
Der Fahrpreis steigt damit um 4,80 Euro. Die Fahrzeit stieg im selben Zeitraum um 51 Minuten.
Ein Sprecher wies darauf hin, dass Umstiege auch Vorteile hätten. Man lerne unterwegs mehr Bahnhöfe kennen.
Der Zuschlag wird beim Kauf nicht gesondert ausgewiesen. Er ist im Gesamtpreis enthalten.
Auf Nachfrage kann er aufgeschlüsselt werden. Zuständig ist der Kundendialog.
Für Verbindungen ohne Umstieg entfällt der Zuschlag. Solche Verbindungen bestehen auf 14 Prozent der Relationen.
Der Anteil sinkt weiter. Für 2030 werden neun Prozent erwartet.
Damit steigt das Aufkommen aus dem Wegeentgelt. Es ist im Wirtschaftsplan mit 90 Millionen Euro veranschlagt.
Der Fahrgastverband nannte die Regelung eine Gebühr auf das eigene Versäumnis. Wer Direktzüge streiche, dürfe für den Ersatz nicht kassieren.
Die Bahn widersprach. Der Umstieg sei keine Ersatzleistung, sondern eine Reiseform.
Wird der Anschluss nicht erreicht, bleibt der Zuschlag bestehen. Er gilt als erbracht, sobald der Zug gehalten hat.
Eine Erstattung ist nicht vorgesehen. Sie wäre nur bei einem entfallenen Umstieg möglich.
Ein entfallener Umstieg liegt vor, wenn der Anschlusszug ausfällt und kein Ersatz fährt. Dann gilt die Reise als beendet.
Ein Satz aus der Vorlage an den Vorstand blieb unverändert im Beschluss. Jede Verschlechterung des Angebots erzeugt eine neue Bemessungsgrundlage.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Anteil umstiegsfreier Relationen sinkt bis 2030 auf neun Prozent +++
+++ Wegeentgelt im Wirtschaftsplan mit 90 Millionen Euro veranschlagt +++
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