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Prag bestellt 120 Trams beim sächsischen Werk, Deutschland seit 2019 nichts
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Auftrag vergeben)

Der Chefredakteur besichtigt das Fahrzeug. Es kommt aus Sachsen. Foto: wpa (Symbolbild)
Prag (wpa) – Ein Fahrzeugwerk in Sachsen liefert 120 Straßenbahnen nach Prag. Auftragsvolumen: 340 Millionen Euro.
Aus Deutschland kam seit 2019 kein Auftrag dieser Größe. Das Werk liegt 140 Kilometer von der Grenze.
Es beschäftigt 900 Menschen. Ausgelastet durch den Export.
Exportiert wird nach Tschechien, Polen und Österreich. Der Inlandsanteil liegt bei 14 Prozent.
„Wir sind wettbewerbsfähig“, sagt Werkleiter Bernd Ausfuhrquote. Wettbewerbsfähig ist das Werk im Ausland.
Im Inland fehlt der Auftrag, nicht die Fähigkeit. Bestellt wird zu Hause zu klein.
Deutsche Verkehrsbetriebe bestellen in Losen. Ein Los sind im Schnitt neun Fahrzeuge.
Neun Fahrzeuge sind für eine Serie wenig. Der Stückpreis steigt dadurch um rund 22 Prozent.
Prag bestellt 120 auf einmal, günstig. Deutschland bestellt neun, teuer, und wundert sich über den Preis.
Das Werk lebt vom Ausland, weil das Inland zersplittert bestellt. 14 Prozent bleiben im Land, 86 gehen über die Grenze.
Frau Hentze arbeitet in der Endmontage. Ihre Trams fahren in Prag, Warschau und Wien, selten in Deutschland.
Sie baut den Export, der ihren Arbeitsplatz sichert. Gesichert wird er von Bestellungen, die nicht aus Deutschland kommen.
Der Vorstand lobt die Exportstärke der deutschen Schienenindustrie. Stark ist sie, weil das Inland schwach bestellt.
Ein Land, das seine eigenen Werke ins Ausland schickt, spart am eigenen Verkehr. Es zahlt später drauf, beim Stückpreis.
Der Minister verweist auf die Vergabehoheit der Verkehrsbetriebe. Hoheitlich wird in Losen von neun bestellt, teuer und klein.
Gemessen wird das Exportvolumen, nicht der Inlandsauftrag. Exportiert werden 86 Prozent, bestellt zu Hause fast nichts.
Für eine gemeinsame Bestellung mehrerer Städte gibt es Pläne. Sie scheitern an der Frage, wer den Zuschlag vergibt.
So sichert Prag 900 sächsische Stellen, die Deutschland nicht auslastet. Der Dank kommt aus Tschechien, per Auftrag.
Das Werk kann alles, nur nicht auf deutsche Bestellungen warten. Es baut für die, die groß bestellen.
Prag bestellt 120 Trams beim sächsischen Werk, 340 Millionen, und hält 900 Stellen, während Deutschland seit 2019 nichts dieser Größe bestellt. Zu Hause kauft man Lose von neun, 22 Prozent teurer, und nennt das Vergabehoheit.
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