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Tunnel fertig 2029, die Anbindung erst 2035
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Anbindung folgt)

Der Chefredakteur besichtigt den Tunnel. Er ist fast fertig. Foto: wpa (Symbolbild)
Rødbyhavn (wpa) – Der Ostseetunnel zwischen Dänemark und Deutschland wird 2029 fertig. Gebaut wird seit 2020.
Die dänische Seite liegt im Zeitplan. Die deutsche Hinterlandanbindung kommt 2035.
Dazwischen liegen sechs Jahre. So lange endet der Tunnel auf deutscher Seite an einer eingleisigen Strecke.
Die stammt von 1963. Und ist nicht elektrifiziert.
„Wir arbeiten mit Hochdruck“, teilt die deutsche Seite mit. Gearbeitet wird seit 2008.
Das Planfeststellungsverfahren für die Anbindung begann 2013. Der Beschluss kam 2022.
Dazwischen neun Jahre. Eingegangen waren 12.600 Einwendungen.
Jede wurde einzeln beantwortet. Die Antworten umfassen 4.100 Seiten.
Gebaut wird seit 2023. Fertig sein soll es 2035.
Dänemark hat im Juni angeboten, die Eröffnung zu verschieben. Das Angebot war ernst gemeint.
Es wurde dankend abgelehnt. Grund: Finanzierungsfristen.
Der Tunnel kostet rund 7,4 Milliarden Euro. Refinanziert über Maut.
Die Refinanzierung setzt Verkehr voraus. Verkehr setzt eine Anbindung voraus.
Bis 2035 fährt der Verkehr über die vorhandene Strecke. Kapazität: 78 Züge am Tag.
Erwartet werden 190. Die Differenz fährt über Jütland.
Über Jütland ist der Weg 160 Kilometer länger. Rund 90 Minuten.
Für den Güterverkehr ist das der Unterschied zwischen Schiene und Straße. Berechnet hat das ein Verband.
Die dänische Seite bot 2019 an, sich an der deutschen Anbindung zu beteiligen. Mit 340 Millionen Euro.
Angenommen wurde es nicht. Grund: die Zuständigkeit.
Zuständig für deutsche Infrastruktur ist Deutschland. Das ist unstrittig.
Herr Madsen ist Schaffner bei einer skandinavischen Bahn. Er fährt die Strecke seit 2011.
Er sagt, er habe den Tunnel wachsen sehen. Er sagt auch, er kenne die deutsche Strecke.
Sie sei schön, aber eingleisig. Das werde 2029 nicht anders sein.
Was das eingleisige Netz nicht aufnimmt, fährt über die Straße.
Über einen Ort an der Bundesstraße rollten 2019 rund 4.100 Fahrzeuge am Tag. Für 2029 werden 9.000 erwartet.
Familie Thomsen wohnt dort seit 1971. Lärmschutz ist beantragt.
Grundlage der Berechnung ist die Verkehrsprognose. Maßgeblich ist die zum Zeitpunkt des Antrags.
Der Antrag stammt von 2011.
Sie kennt den Tunnel nicht.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Eingleisige Hinterlandanbindung bei Eröffnung des Tunnels 2029 +++
+++ Lärmschutzberechnung auf Grundlage der Verkehrsprognose von 2011 – sie kennt den Tunnel nicht +++
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