40 Jahre im Bedarfsplan, Festakt auf der leeren Wiese

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40 Jahre im Bedarfsplan, Festakt auf der leeren Wiese

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (im Bedarfsfall)

Waschbär steht auf einer grünen Wiese, durch die einmal eine Bahntrasse führen soll

Der Chefredakteur besichtigt die künftige Strecke. Es ist eine Wiese. Foto: wpa (Symbolbild)

Hanau (wpa) – Die Trasse Hanau–Würzburg steht seit 1985 im Bedarfsplan. Zum vierzigsten Jahrestag gab es einen Festakt.

Er fand auf einer Wiese bei Kahl statt. Dort soll die Strecke einmal verlaufen.

Geladen waren 140 Gäste. Angereist mit Bussen.

Eine Bahnanbindung gibt es an dieser Stelle nicht. Sie ist Gegenstand des Vorhabens.

„Wir sind einen großen Schritt weitergekommen“, sagt Staatssekretär Gustav Bedarfsstufe. Der Schritt ist Planungsphase zwei.

Vierzig Jahre für Planungsphase zwei. Ein Schritt pro zwanzig Jahre, das ist das Tempo.

Gefeiert wurde ein Plan, kein Gleis. Auf einer Wiese, wo kein Zug hält.

Die Gäste kamen per Bus, wie es sich gehört. Zur Feier der Bahn, die es nicht gibt.

Der Vorstand nennt das einen Meilenstein. Der Stein steht auf der Wiese, ohne Schiene daneben.

Herr Weller wohnt seit 1985 an der geplanten Trasse. Er war jung, als sie in den Plan kam.

Heute ist er Rentner, die Trasse ist noch immer Papier. Gefeiert wird ihr vierzigster Geburtstag.

Er fuhr zum Festakt, mit dem Bus, wie alle. Der Zug, den man feierte, fährt ja nicht.

Auf der Wiese standen Zelte, Reden, ein Buffet. Kein Bagger, kein Gleis, kein Termin.

Der Minister lobt den Fortschritt des Jahrhundertprojekts. Fortgeschritten ist es um eine Planungsphase, in vierzig Jahren.

Bei dem Tempo ist die Strecke 2065 fertig. Wenn alles klappt, was es nie tut.

Zum fünfzigsten gibt es wieder einen Festakt. Auf derselben Wiese, mit denselben Bussen.

Gefeiert wird die Ausdauer, nicht das Ergebnis. Ausdauernd ist der Plan, ergebnislos das Land.

Vier Jahrzehnte Bedarf, festgestellt und nie gedeckt. Der Bedarf ist volljährig, zweimal.

So wird aus einem Vorhaben ein Denkmal. Ein Denkmal für die Geduld, auf der Wiese bei Kahl.

Vierzig Jahre steht die Trasse im Bedarfsplan, gefeiert mit einem Festakt auf der Wiese. Angereist sind die Gäste per Bus, denn die Bahn, die sie feiern, fährt dort nicht.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Ältester Eintrag im Bedarfsplan von 1973 – ein Eintrag begründet Freihaltung, keinen Anspruch +++

+++ Entschädigung erst bei Enteignung, enteignet wird erst beim Bau +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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