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Bahn zählt ihren Schotter, fertig im Jahr 2066
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Zählung läuft)

Stein 4.000.112. Es wird noch dauern. Foto: wpa (Symbolbild)
Osnabrück (wpa) – Die Deutsche Bahn zählt ihren Gleisschotter. Fertig sein soll die Inventur 2066.
Gezählt wird nicht Stein für Stein. Gemessen wird das Volumen je Abschnitt.
„Wir wollen wissen, was wir haben“, sagt Netzvorstand Hartmut Bauabschnitt.
Anlass war eine Prüfung des Bundesrechnungshofs. Der hatte fehlende Bestandsdaten bemängelt.
Das Netz ist 33.000 Kilometer lang. Unter jedem Gleis liegen rund 2.000 Tonnen Schotter je Kilometer.
Daraus ergibt sich ein Gesamtwert. Geschätzt auf 4 Milliarden Euro.
Geschätzt, weil niemand nachgemessen hat. Das soll sich jetzt ändern.
Erfasst werden 800 Kilometer im Jahr. Bei dem Tempo dauert es 41 Jahre.
Die ersten Abschnitte müssen bis dahin erneuert sein. Dann fallen sie aus der Zählung.
Fachleute nennen das Verfahren deshalb sinnlos. Die Bahn verweist auf die Vorschrift.
Eine Bestandsaufnahme sei gesetzlich vorgeschrieben. Ein Zeitrahmen nicht.
Eingesetzt werden vier Messfahrzeuge. Zwei sind gerade defekt.
Ersatz ist bestellt. Geliefert wird ab 2029.
Bis dahin fahren zwei. Das zieht die Inventur weiter in die Länge.
Also hat der Konzern eine Hochrechnung geprüft. Die wäre in vier Wochen fertig.
Verworfen aus formalen Gründen. Eine Hochrechnung gilt nicht als Bestandsaufnahme.
Die Inventur kostet 90 Millionen Euro. Verteilt auf 40 Jahre.
Pro Jahr sind das 2,2 Millionen. Gilt als vertretbar.
Für dieselbe Summe ließen sich jährlich 900 Meter Gleis erneuern. Das steht in einer Fußnote.
Der Bundesrechnungshof begleitet das Ganze. Ein Zwischenbericht ist für 2031 vorgesehen.
Er wird sich mit dem Fortschritt befassen. Erwartet wird eine Empfehlung.
Die Inventur bewertet das Anlagevermögen. Bewertet wird der Bestand, nicht der Zustand.
Für den Zustand gibt es ein eigenes Verfahren. Es heißt Zustandserfassung und ist seit 2021 unterbesetzt.
In einem Abschnitt wurde eine Setzung im Unterbau erst nach einer Fahrgastmeldung aufgenommen.
Gemeldet hatte sie Herr Vollmer, 63, der die Strecke seit vierzig Jahren fährt. Ihm war das Rütteln aufgefallen.
Die Meldung ging über das Kontaktformular. Sie wurde bestätigt und weitergeleitet.
Zwei Wochen später galt dort Langsamfahrt. Sie gilt seither.
Der Schotter an dieser Stelle ist inventarisiert.
Er steht mit dem Anschaffungswert von 1994 in den Büchern.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Inventur des Schotterbestands läuft bis 2066 – bewertet wird der Bestand, nicht sein Zustand +++
+++ Setzung im Unterbau erst nach einer Fahrgastmeldung aufgenommen, seither Langsamfahrt +++
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