Zähler misst minus 14 Fahrgäste, die Bahn streicht Züge

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Zähler misst minus 14 Fahrgäste, die Bahn streicht Züge

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Zählung läuft)

Fahrgastzählung Satire: Waschbär steht in einer geöffneten Zugtür und blickt auf den leeren Bahnsteig

Der Zähler zählt weiter. Nach unten. Foto: wpa (Symbolbild)

Magdeburg (wpa) – Eine automatische Fahrgastzählung hat in Magdeburg einen negativen Wert ergeben. Gezählt wurden minus 14 Personen.

Rechnerisch sind mehr Menschen ausgestiegen als eingestiegen. Der Konzern prüft die Ursache.

„Solche Werte kommen vor“, sagt Datenchef Rüdiger Zählwerk. „Sie sind selten.“

Gezählt wird über Sensoren in den Türen. Die erkennen Bewegungen.

Bei Gedränge zählen sie ungenau. Bei leeren Zügen zu genau.

Hier stand die Tür offen. Der Wind bewegte eine Zeitung.

Die Zeitung wurde als Person gezählt. Sie stieg mehrfach aus.

Der Wert fließt trotzdem in die Statistik. Korrigiert wird er nicht.

Begründet wird das mit der Einheitlichkeit. Alle Werte würden gleich behandelt.

Auf die Auslastung wirkt der Fall günstig. Sie sinkt rechnerisch.

Eine niedrige Auslastung erleichtert die Planung. Man kann Wagen streichen.

Auf der Linie geschah genau das. Statt vier Wagen fahren jetzt zwei.

Seither ist der Zug voll. Die Sensoren melden Höchstwerte.

Daraus ergibt sich eine hohe Auslastung. Die Bahn prüft eine Aufstockung.

Vorgesehen sind zwei zusätzliche Wagen. Aus dem Bestand.

Die Sensoren sind von 2016. Verbaut in 4.000 Fahrzeugen.

Die Fehlerquote liegt laut Hersteller bei drei Prozent. Gemessen bei leerer Bahn.

Im Alltag liegt sie höher. Genaue Zahlen erhebt niemand.

Die Daten fließen in die Bestellung der Verkehrsverbünde. Danach richtet sich das Angebot.

Wo wenig gezählt wird, fährt weniger. Wo weniger fährt, zählt man weniger.

Fachleute nennen das eine sich selbst bestätigende Messung. Die Bahn nennt es bedarfsgerecht.

Es sind dieselben Wagen. Sie tragen jetzt andere Nummern.

Der Wert minus 14 wurde nicht korrigiert. Er ging in die Jahresauswertung ein.

Aus der Jahresauswertung ergibt sich die Bestellmenge fürs Folgejahr.

Für diesen Abschnitt wurde sie um zwei Zugpaare gekürzt.

Die entfallenen Zugpaare fuhren um 5:12 Uhr und um 22:40 Uhr.

Das sind die Zeiten, zu denen der Zähler am schlechtesten arbeitet. Bei Dunkelheit und wenig Betrieb steigt die Fehlerquote.

Sie liegt dann bei bis zu dreißig Prozent. So steht es im Handbuch des Herstellers.

Gestrichen wurden die Züge, die er am schlechtesten sehen konnte.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Zählwert minus 14 unkorrigiert in die Jahresauswertung übernommen, daraus folgt die Bestellmenge +++

+++ Fehlerquote des Zählsystems bei Dunkelheit und geringer Besetzung bis zu dreißig Prozent +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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