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Anzeigetafel zeigt künftig Wahrscheinlichkeiten statt Uhrzeiten
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Prognose unsicher)

62 Prozent. Das ist ein guter Wert. Foto: wpa (Symbolbild)
Köln (wpa) – Die Anzeigetafeln der Deutschen Bahn zeigen künftig keine Uhrzeiten mehr. Stattdessen erscheint eine Wahrscheinlichkeit.
Angegeben wird sie in Prozent. Sie beschreibt die Chance auf eine Abfahrt.
„Uhrzeiten sind ein Versprechen“, erklärte Digitalvorstand Mareike Ladebalken. „Wahrscheinlichkeiten sind eine Einladung.“
Berechnet wird der Wert aus historischen Daten. Berücksichtigt werden Strecke, Wochentag und Wetter.
Ein Wert über 80 Prozent gilt als sicher. Er wird selten erreicht.
Der Durchschnitt liegt bei 62 Prozent. Im Berufsverkehr sinkt er auf 41.
Fahrgäste reagieren unterschiedlich. Manche finden die Ehrlichkeit erfrischend.
Andere vermissen die Uhrzeit. Sie wollen wissen, wann sie loslaufen sollen.
Für diese Gruppe gibt es einen Zusatz. Angezeigt wird ein empfohlener Aufbruchszeitpunkt.
Er liegt in der Regel zehn Minuten vor der Wahrscheinlichkeit. Was das bedeutet, erklärt ein Aushang.
Der Aushang hängt am Servicepoint. Dieser ist an kleinen Bahnhöfen nicht besetzt.
Die Umstellung betrifft 4.600 Anzeigen. Sie kostete 34 Millionen Euro.
Bezahlt wurde sie aus dem Digitalisierungsprogramm. Andere Vorhaben verschieben sich dadurch.
Betroffen ist unter anderem die Sitzplatzanzeige. Sie sollte 2027 erneuert werden.
Nun ist 2031 vorgesehen. Der Konzern spricht von einer Priorisierung.
Fahrgastverbände nennen die Neuerung eine Kapitulation. Man wolle Fahrpläne und keine Statistik.
Die Bahn hält dagegen. Eine ehrliche Zahl sei besser als eine falsche Uhrzeit.
Getestet wurde das System in Köln. Dort stieg die Zufriedenheit leicht an.
Gemessen wurde sie an der Zahl der Beschwerden. Diese sank um 12 Prozent.
Fachleute erklären das anders. Man beschwere sich seltener über eine Prognose.
Für 2028 ist eine Erweiterung geplant. Dann sollen auch Anschlüsse bewertet werden.
Erste Berechnungen liegen vor und wurden nicht veröffentlicht. Man ahnt, warum. Wer Züge anzeigt die es nicht gibt, nennt die Häufigkeit lieber nicht.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Tafel zeigt 62 Prozent – der Zug kommt trotzdem nicht +++
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