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Bahnhofsklo kostet jetzt mehr als die Regionalfahrt
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Aufenthalt begrenzt)

Der Zugang ist geregelt. Der Bedarf nicht. Foto: wpa (Symbolbild)
Essen (wpa) – Der Zugang zur Bahnhofstoilette in Essen kostet künftig 1,50 Euro. Bisher war es 1 Euro.
Dafür gibt es einen Bon über 50 Cent. Er gilt in Geschäften im Bahnhof.
„Wir geben etwas zurück“, sagt Betreibersprecherin Anke Drehkreuz. Zurück gibt es ein Drittel.
Eine Regionalfahrt nach Gelsenkirchen kostet 1,40 Euro im Sozialtarif. Damit ist sie billiger.
Darauf wies ein Fahrgastverband hin. Der Betreiber nannte den Vergleich unpassend.
Beides seien verschiedene Leistungen. Eine davon werde regelmäßig gereinigt.
Betrieben werden die Anlagen von einem Dienstleister. Er hat bundesweit 340 Standorte.
Der Vertrag läuft bis 2032. Den Preis macht der Betreiber.
Die Bahn kassiert mit. Wie viel, wird nicht genannt.
Der Betrieb ist verpachtet. Der Pächter zahlt eine Abgabe und putzt.
Die Abgabe hängt nicht an der Öffnungszeit. Sie wird je Standort fällig.
Bei wenig Betrieb lohnt es sich nicht. Dann bleibt zu.
Zu war im letzten Jahr an 41 Prozent der Betriebsstunden.
Ein Zuschlag für Mindestöffnungszeiten stand in der Ausschreibung. Gestrichen vor der Vergabe.
Gestrichen, weil er das Angebot verteuert hätte. Um 41.000 Euro im Jahr.
Im Vergabevermerk steht, die Streichung habe die Wirtschaftlichkeit verbessert.
Sozialverbände fordern kostenlose Anlagen. Sie verweisen auf andere Länder.
In der Schweiz sind viele Toiletten frei. Bezahlt über die Station.
Der Betreiber hält das für nicht übertragbar. Die Reinigung sei hier teurer.
Belege dafür gibt es nicht. Eine Nachfrage blieb unbeantwortet.
An 900 Bahnhöfen gibt es gar keine Toilette. Vor allem an kleinen Stationen.
Dort wird auf die Zugtoilette verwiesen. Die ist oft geschlossen.
Für Reisende mit Behinderung gibt es einen Sonderschlüssel. Einmalig 23 Euro.
Bestellt wird er bei einem Verein in Kassel. Lieferung: drei Wochen.
Mit dem Schlüssel ist der Zugang kostenlos. Voraussetzung ist ein Nachweis.
Den stellt die Behörde aus. Bearbeitung dort: acht Wochen.
In der Zeit gilt der volle Preis. Der Betreiber plant außerdem eine Monatskarte.
Sie soll 12 Euro kosten.
Herr Behrend ist 74 und plant seine Fahrten nach den offenen Toiletten. Nicht nach dem Fahrplan.
Seit August fährt er die Strecke nicht mehr.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 41 Prozent der Betriebsstunden geschlossen – ein Zuschlag für Mindestöffnungszeiten wurde aus der Ausschreibung gestrichen +++
+++ Die Streichung hätte 41.000 Euro im Jahr gekostet +++
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