Neue Strecken ohne Weichen, weil keine mehr geliefert werden

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Neue Strecken ohne Weichen, weil keine mehr geliefert werden

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (ohne Verzweigung)

Weichen Satire: Waschbär steht neben einer alten Weiche im Gleisbett

Der Chefredakteur betrachtet die Weiche. Sie ist die letzte. Foto: wpa (Symbolbild)

Hannover (wpa) – Die Bahn plant neue Streckenabschnitte künftig ohne Weichen. Grund ist die Lieferzeit.

Eine Weiche braucht 41 Monate. Vor fünf Jahren waren es neun.

Gestiegen ist die Frist, weil zwei Werke schlossen. Geschlossen wurden sie mangels Bestellungen.

Bestellt hat zu wenig, wer jetzt zu lange wartet. Der Konzern hat sich den Engpass selbst bestellt, durch Nichtbestellen.

„Wir passen die Planung an die Lieferrealität an“, sagt Infrastrukturvorstand Ronald Lieferfrist. Angepasst wird das Gleis an das Fehlen der Weiche.

Ein Gleis ohne Weiche ist ein Gleis ohne Abzweig. Der Zug kann fahren, aber nirgends anders hin.

Wo keine Weiche liegt, gibt es kein Ausweichen. Fällt einer aus, steht die ganze Strecke.

Herr Ruppert wohnt an so einer neuen Strecke. Sein Zug kann nicht überholen, nicht ausweichen, nur warten.

Bricht vorne einer liegen, wartet Herr Ruppert hinten. Ohne Weiche kommt keiner am anderen vorbei.

Der Vorstand nennt das eine schlanke Trassierung. Schlank ist die Strecke, weil das Bewegliche fehlt.

Zwei Weichenwerke standen einmal im Land. Ausgelastet wurden sie nicht, also machte man sie zu.

Jetzt fehlt die Weiche, die sie gebaut hätten. Die Lücke ist selbst gemacht, in 41 Monaten wächst sie nach.

Der Minister lobt die vorausschauende Netzplanung der Bahn. Vorausgeschaut wurde bis zur nächsten fehlenden Weiche.

Gemessen wird die verbaute Gleislänge, nicht die Beweglichkeit. Gebaut wird viel Gerade, wenig Abzweig.

Eine Strecke ohne Weichen ist billig und starr. Sie führt genau dorthin, wohin sie gelegt wurde, und sonst nirgends.

Für den Notfall ist ein Bus vorgesehen. Er ersetzt die Weiche, die keiner mehr liefert.

Die Werke sind zu, die Fachleute weg. Neu bauen dauert länger als 41 Monate, also lässt man es.

So plant man das Netz um den Mangel herum. Nicht die Weiche kommt zur Strecke, die Strecke weicht der Weiche.

Am Ende steht ein Gleis, das nichts verbindet außer Anfang und Ende. Beweglich ist daran nur der Fahrplan, nach unten.

Weil eine Weiche 41 Monate braucht, baut die Bahn Strecken ohne. Den Engpass hat sie sich selbst bestellt, indem sie die Werke schloss, die ihn hätten füllen können.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Lieferzeit für Weichen 94 Wochen, vor drei Jahren waren es dreißig +++

+++ Zwei Werke wurden nach der Kürzung des Erhaltungstitels geschlossen +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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