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Ausschuss zur Riedbahn tagt nicht, der Saal wird bis 2028 saniert
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Sitzung entfällt)

Der Chefredakteur wartet auf die Sitzung. Der Saal wird saniert. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Der Untersuchungsausschuss zur Sanierung der Riedbahn hat seine Sitzungen abgesagt. Grund sind Bauarbeiten am Sitzungssaal.
Der Ausschuss soll klären, warum eine Sanierung zu lange dauert. Er tagt nicht, weil eine Sanierung zu lange dauert.
Der Saal wird seit August saniert. Die Arbeiten dauern bis 2028.
Bis 2028 ruht die Aufklärung. Solange saniert man den Raum, in dem sie stattfände.
„Wir vertagen, bis geeignete Räumlichkeiten vorliegen“, sagt Ausschusssprecher Konrad Vertagung. Geeignet ist derzeit kein Raum, ungeeignet die Lage.
Ein Ausweichraum wurde geprüft. Einer im Nebengebäude stand frei.
Frei, aber nicht genommen. Geprüft heißt bei diesem Ausschuss: liegen gelassen.
Der Raum, der die Verzögerung untersuchen soll, verzögert sich selbst. Das ist beinahe zu passend, um erfunden zu sein.
Frau Halbach wohnt an der Riedbahn und wartet auf Antworten. Sie wartet jetzt auf einen Saal, der 2028 fertig wird.
Ihre Strecke war jahrelang gesperrt, verspätet, teuer. Wer das zu verantworten hat, klärt ein Ausschuss, der nicht tagt.
Offiziell bedauert man die Raumfrage. Erleichtert ist, wer nicht befragt wird.
Bedauert wird der Saal, nicht das Schweigen. Die Verzögerung untersucht sich in aller Ruhe selbst.
Der Minister verweist auf die schwierige Raumsituation im Parlament. Schwierig ist, dass genau dieser Ausschuss keinen Raum findet.
Gebaut wird am Saal, gewartet wird auf den Bericht. Beide Termine liegen in derselben fernen Zukunft.
Ein freier Raum stand bereit, man nahm ihn nicht. Vielleicht war er zu schnell verfügbar für diesen Ausschuss.
Bis 2028 gibt es keine Sitzung, keine Zeugen, keine Fragen. Die Baustelle der Baustelle schützt vor Antworten.
Für die Zwischenzeit ist nichts geplant. Geplant ist, bis zur Fertigstellung des Saals zu schweigen.
So untersucht man eine endlose Sanierung. Indem man auf das Ende einer anderen wartet.
Am Ende ist der Saal fertig, die Riedbahn vergessen, der Anlass verjährt. Aufgeklärt hat sich von selbst, dass nichts aufgeklärt wurde.
Der Ausschuss zur verschleppten Riedbahn-Sanierung tagt nicht, weil sein Saal bis 2028 saniert wird. Ein freier Raum war da, man ließ ihn stehen, die Aufklärung der Baustelle scheitert planmäßig an einer Baustelle.
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