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Weiche geteilt, die Zunge repariert keiner
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (nicht zuständig)

Der Chefredakteur steht an der Weiche. Beide Richtungen führen weg. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Bund und Land haben ihren Zuständigkeitsstreit über eine Weiche bei Neumünster beigelegt. Geteilt wurde nach Fahrtrichtung.
Der Bund ist für die linke Richtung zuständig. Das Land für die rechte.
Zulässig ist das, weil das Gesetz Zuständigkeit nach Strecken regelt, nicht nach Bauteilen.
Die Weiche hat aber nur einen Antrieb. Er stellt beide Richtungen.
Die Weichenzunge liegt in der Mitte. Sie gehört beiden.
Die Zunge ist seit März defekt. Repariert wird sie, sobald beide Seiten zustimmen.
„Wir haben eine tragfähige Lösung gefunden“, erklärt ein Sprecher des Bundes. Getragen wird sie von einer Vereinbarung über 41 Seiten.
Auf Seite 14 steht, wer die Kosten trägt. Hälftig geteilt.
Auf Seite 22 steht, wer den Auftrag vergibt. Das ist ungeklärt.
Ungeklärt heißt, es wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Sie tagt abwechselnd in Berlin und Kiel.
Bisher gab es vier Sitzungen. Auf der Tagesordnung stand jedes Mal die Vergabe.
Beschlossen wurde jedes Mal eine Vertagung. Die nächste Sitzung ist im November.
Bis dahin bleibt die Weiche in Grundstellung. Grundstellung ist die linke Richtung.
Damit fahren alle Züge nach links. Nach rechts liegt Rendsburg.
Rendsburg wird seit März über einen Umweg bedient. 34 Kilometer lang.
Er kostet täglich rund 4.100 Euro extra. Getragen vom Land.
Der Bund ist daran nicht beteiligt. Der Umweg liegt in der linken Richtung.
Die Reparatur der Zunge würde 61.000 Euro kosten. Das sind 15 Tage Umweg.
Beide Seiten kennen diese Zahl. Sie steht in der Vorlage zur zweiten Sitzung.
Beschlossen wurde dort, die Zahl prüfen zu lassen. Prüfen soll sie ein Gutachter.
Beauftragt wurde er noch nicht. Zuständig dafür ist die Arbeitsgruppe.
Ein Fahrgast hat sich im Mai beschwert. Er bekam vom Bund eine Antwort.
In der Antwort steht, man sei für die linke Richtung zuständig. Er wollte nach rechts.
Er hat daraufhin beim Land geschrieben. Von dort kam, die Zunge gehöre auch dem Bund.
Beide Antworten sind zutreffend. Beide sind unterschrieben.
Frau Kohlmann hat sie in einem Ordner abgeheftet. Sie fährt seit März über Rendsburg herum.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Weiche nach Fahrtrichtung geteilt – sie hat einen Antrieb, der beide Richtungen stellt +++
+++ Umweg 4.100 Euro am Tag, die Reparatur der Weichenzunge würde 61.000 kosten +++
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