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Zuständigkeit vermessen: Stadt und Bahn räumen zentimetergenau, dazwischen liegen 90 Zentimeter Schnee
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (bitte vorsichtig)

Der Chefredakteur bleibt stehen. Es ist glatt. Foto: wpa (Symbolbild)
Gelsenkirchen (wpa) – Stadt und Bahn haben ihren Streit über den Winterdienst am Bahnhofsvorplatz beigelegt. Grundlage ist eine Vermessung.
Vermessen wurde die Grundstücksgrenze. Die Vermessung kostete 14.000 Euro.
Sie ergab einen Verlauf, der von der bisherigen Annahme um 90 Zentimeter abweicht. Dieser Streifen gehört einer dritten Stelle.
Die dritte Stelle ist eine Erschließungsgesellschaft. Sie hat keinen Winterdienstvertrag.
„Jetzt herrscht Klarheit“, erklärt ein Sprecher der Stadt. Klar ist der Grenzverlauf.
Geräumt wird seither auf beiden Seiten bis auf den Zentimeter. Ein Grenzstein markiert den Übergang.
Der Grenzstein wurde im Oktober gesetzt. Er kostete 900 Euro.
Zwischen den geräumten Flächen liegen 90 Zentimeter. Dort liegt Schnee.
Es sind die einzigen 90 Zentimeter, die jeder auf dem Weg zum Bahnsteig überqueren muss. Ein zweiter Zugang existiert nicht.
Der zweite Zugang wurde 2017 geschlossen. Geschlossen wurde er aus Sicherheitsgründen.
Im vergangenen Winter sind an dieser Stelle vier Menschen gestürzt. Zwei kamen ins Krankenhaus.
Alle vier Stürze lagen innerhalb der 90 Zentimeter. Das hat die Vermessung nachträglich bestätigt.
Haftbar ist niemand. Beide Vertragspartner haben ihre Fläche geräumt.
Die Erschließungsgesellschaft hat ihren Sitz in Düsseldorf. Sie besteht aus zwei Personen.
Angeschrieben wurde sie im November. Die Antwort kam im März.
In der Antwort steht, man prüfe eine Beauftragung. Geprüft wird seitdem.
Ein Winterdienst für diesen Streifen kostet nach Angaben der Stadt 4.000 Euro je Saison. Das entspricht dem Preis von zwei Sitzbänken.
Sitzbänke wurden 2019 aufgestellt. Sie stehen auf der Seite, die geräumt wird.
Sie waren ein Projekt mit Fördermitteln. Winterdienst ist eine Daueraufgabe ohne Programm.
Fördermittel gibt es für Sichtbares. Für Zuverlässiges gibt es keine.
Frau Adamczyk ist 81 und geht zweimal die Woche zum Enkel nach Essen. Sie ist im Januar gestürzt.
Sie hat sich das Handgelenk gebrochen. Sie fährt seitdem nicht mehr allein.
Sie hat den neuen Grenzstein gesehen. Sie sagt, er sei sehr gerade gesetzt.
Daneben liegt der Schnee. Wie im Vorjahr, und dahinter fährt der Zug um 6:42 Uhr.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Grenzstein gesetzt, er markiert den Beginn der Nichtzuständigkeit +++
+++ Vier Stürze im Vorjahr, alle innerhalb der 90 Zentimeter +++
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