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Widerspruch aufgelöst: Drittes System am Bahnsteig meldet, welches der beiden anderen gerade recht hat
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Angaben ohne Gewähr)

Der Chefredakteur hört zu. Es hilft nicht. Foto: wpa (Symbolbild)
Duisburg (wpa) – Die Bahn hat in Duisburg ein drittes Informationssystem in Betrieb genommen. Es soll zwischen den beiden vorhandenen vermitteln.
Die beiden vorhandenen sind Anzeigetafel und Lautsprecher. Sie widersprechen sich regelmäßig.
Widersprüchlich sind vor allem Gleisangaben. Jedes System aktualisiert zu einem anderen Zeitpunkt.
Das neue System vergleicht beide Angaben. Es meldet, welche aktueller ist.
„Wir schaffen eine Referenz“, erklärt Projektleiter Hartmut Bauabschnitt. Referenz ist der Zeitstempel.
Gemeldet wird über einen dritten Bildschirm. Er hängt am Bahnsteigende.
Die Meldung erfolgt mit vier Minuten Verzug. Der Verzug entsteht durch den Abgleich.
Damit ist die Referenz zum Zeitpunkt ihrer Anzeige die älteste der drei Angaben. Das war nicht vorgesehen.
Vorgesehen war eine Kopplung der ersten beiden Systeme. Sie steht seit 2018 im Programm.
Ihr Meilenstein liegt bei 2030. Das dritte System war schneller verfügbar.
Es kostete 2,4 Millionen Euro. Die Kopplung ist mit 900.000 veranschlagt.
Beschafft wurde das Teurere, weil es lieferbar war. Das ist der ganze Grund.
Seit Juni widerspricht das dritte System beiden anderen. In 41 Prozent der Fälle nennt es ein drittes Gleis.
Das dritte Gleis ist in der Regel das richtige. Es wird nur zu spät genannt.
Ein viertes System wurde im Juli beantragt. Es soll die Meldungen des dritten einordnen.
Der Antrag liegt bei der Digitalisierungssteuerung. Diese tagt vierteljährlich.
Für Ortskundige ist die Lage ein Ärgernis. Für Ortsfremde ist sie ein Problem.
Wer schlecht sieht, hat nur den Lautsprecher. Wer schlecht hört, hat nur die Tafel.
Beide bekommen damit genau eine der widersprüchlichen Angaben. Prüfen können sie sie nicht.
Der dritte Bildschirm hilft beiden nicht. Er ist stumm und hängt 180 Meter entfernt.
Herr Wolters ist blind und fährt seit 30 Jahren allein. Er hat sich auf die Durchsage verlassen.
Er stand auf Gleis 7. Der Zug fuhr von Gleis 11.
Eine Servicekraft war nicht in Reichweite. Der Servicepunkt schließt um 18 Uhr.
Er hat zwei Stunden gewartet. Der dritte Bildschirm hat in dieser Zeit dreimal die Meinung geändert.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Viertes System beantragt, es soll das dritte einordnen +++
+++ Kopplung der ersten beiden weiterhin für 2030 vorgesehen +++
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