Lokführer umbenannt in Mobilitätsbegleiter, Jahrgang fällt aus

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Lokführer umbenannt in Mobilitätsbegleiter, Jahrgang fällt aus

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (neue Bezeichnung)

Nachwuchs Satire: Waschbär steht in Arbeitskleidung vor einem Triebwagen im Betriebshof

Der Chefredakteur trägt die neue Bezeichnung. Der Zug merkt nichts. Foto: wpa (Symbolbild)

Köln (wpa) – Die Bahn hat den Lokführer in Mobilitätsbegleiter umbenannt. Den gibt es in der Ausbildungsordnung nicht, also fällt ein Jahrgang aus.

Betroffen sind 22.000 Stellen. Begründet wird das mit der Attraktivität.

Der alte Begriff sei zu technisch. Der neue klingt moderner, meint dasselbe.

„Wir sprechen eine neue Generation an“, sagt Personalentwickler Torsten Kurzstrecke. Angesprochen wird sie mit einem Wort.

Ein Wort ersetzt keine Ausbildung. Die Ausbildungsordnung kennt den Mobilitätsbegleiter nicht.

Ändern muss sie ein Bundesministerium. Das dauert im Schnitt drei Jahre.

Drei Jahre lang bildet man einen Beruf aus, der amtlich nicht existiert. Oder man bildet gar nicht aus.

Man bildet gar nicht aus, vorsichtshalber. Der Jahrgang fällt aus, wegen eines Namens.

Gebraucht würden die 22.000 im Führerstand. Umbenannt sind sie, ausgebildet keiner.

Der Vorstand nennt das ein modernes Berufsbild. Modern ist das Wort, leer der Kurs.

Herr Enz wollte Lokführer werden, den Beruf gibt es so nicht mehr. Den neuen kennt die Behörde nicht.

Er bewarb sich als Mobilitätsbegleiter, man vertröstete ihn. Auf die geänderte Ordnung, in drei Jahren.

In drei Jahren ist er woanders, bei der Konkurrenz. Die sucht Lokführer, mit dem alten Wort.

Der Minister lobt die zeitgemäße Ansprache junger Menschen. Zeitgemäß ist das Wort, verloren der Jahrgang.

Der Fahrermangel wächst, der Name glänzt. Man hat das Etikett getauscht, nicht die Leute gefunden.

Das alte Wort war unattraktiv, das neue ist ungültig. Zwischen beiden fällt die Ausbildung aus.

Für nächstes Jahr ist ein weiterer neuer Titel geplant. Vielleicht Bewegungslotse, auch der fehlt in der Ordnung.

So wird aus einem Mangel eine Marketingfrage. Getauft ist der Beruf, unbesetzt bleibt er.

22.000 Mobilitätsbegleiter auf dem Papier. Null neue im Führerstand, wegen des Papiers.

Der Lokführer heißt jetzt Mobilitätsbegleiter, den die Ausbildungsordnung nicht kennt. Also fällt ein ganzer Jahrgang aus, wegen eines schöneren Wortes.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Ausbildung von elf auf sieben Monate verkürzt, die Prüfungsinhalte blieben unverändert +++

+++ Eine Entgeltgruppe tiefer sind 310 Euro im Monat +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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