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14.000 Bewerber, das Verfahren vergrault 11.900
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Verfahren läuft)

Der Chefredakteur bewirbt sich. Er wartet seit April. Foto: wpa (Symbolbild)
Nürnberg (wpa) – Die Bahn hat ihr Auswahlverfahren geändert. Genommen wird künftig, wer am Ende noch da ist.
Zu vergeben sind 900 Plätze. Beworben haben sich dieses Jahr 14.000 Menschen.
Nach fünf Monaten waren 2.100 übrig. Die anderen 11.900 sagten ab oder meldeten sich nicht mehr.
„Wir setzen auf Verbindlichkeit“, sagt Personalentwicklerin Carola Auswahlstufe. Verbindlich ist, wer wartet.
Wer fünf Monate durchhält, ist geeignet. Geeignet ist, wer Geduld hat, nicht wer fahren kann.
Das Verfahren siebt durch Warten. Nicht die Besten bleiben, sondern die Ausdauerndsten.
11.900 gingen zur Konkurrenz, die schneller entscheidet. Oder in einen anderen Beruf, ganz.
Gebraucht würden alle 14.000, der Mangel ist riesig. Genommen wurden 900, nach fünf Monaten Schweigen.
Der Vorstand nennt das ein sorgfältiges Verfahren. Sorgfältig vergrault es die Ungeduldigen.
Frau Eichler bewarb sich im Februar, motiviert. Bis Juli hörte sie viermal nichts und einmal wenig.
Sie nahm einen anderen Job, der sich meldete. Verbindlich war der andere, nicht die Bahn.
Für die Statistik ist sie ein Abgang. Abgesprungen, unverbindlich, selbst schuld.
Schuld war das Verfahren, das fünf Monate schwieg. Geschwiegen hat die Bahn, gegangen sind die Leute.
Der Minister lobt die hohe Bewerberzahl im Konzern. Hoch war sie im Februar, dünn im Juli.
14.000 wollten kommen, 900 durften. 11.900 verlor man am eigenen Verfahren.
Der Fahrermangel bleibt, die Bewerber gingen. Man hat sie gehabt und weggewartet.
Für nächstes Jahr ist ein sechsmonatiges Verfahren geplant. Noch verbindlicher, noch weniger übrig.
So wird aus Andrang ein Mangel. Nicht durch fehlende Bewerber, durch fehlende Antwort.
Genommen wird, wer bleibt, nicht wer taugt. Ein Sieb aus Schweigen, teuer und leer.
14.000 wollten bei der Bahn anfangen, das Verfahren vergraulte 11.900. Genommen wird, wer fünf Monate Warten aushält, nicht wer fahren kann.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Verfahrensdauer fünf Monate, anderswo sechs Wochen – von 14.000 Beworbenen blieben 2.100 +++
+++ Die vier Prüfstufen laufen nacheinander, weil jede die vorige voraussetzt +++
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