Klappsitze raus, Zugbegleiter stehen jetzt zehn Stunden

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Klappsitze raus, Zugbegleiter stehen jetzt zehn Stunden

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (in Bewegung)

Betriebsrat Satire: Waschbär steht in einem vollen Zuggang zwischen Sitzreihen

Der Chefredakteur steht. Es ist ergonomisch. Foto: wpa (Symbolbild)

Hamburg (wpa) – Die Bahn hat die Klappsitze für Zugbegleiter aus 4.100 Wagen ausgebaut. Jetzt stehen sie ihre Schicht durch, acht bis zehn Stunden.

Der Umbau lief von März bis Juli. Gewonnen wurden je Wagen 0,3 Quadratmeter.

Sie laufen als Stehfläche. Im Bericht steht der Vorgang unter Ergonomie.

„Dauerndes Sitzen ist gesundheitlich ungünstig“, sagt Personalvorständin Ingrid Abstellgleis. Dauerndes Stehen auch, nur steht das nicht im Bericht.

Begründet wird der Ausbau mit Bewegungsfreiheit. Frei bewegt sich jetzt niemand, es fehlt der Sitz.

Eine Schicht dauert acht bis zehn Stunden. Daran hat sich nichts geändert, nur der Sitz ist weg.

Der Zugbegleiter kontrolliert, hilft, geht durch den Zug. Setzen konnte er sich zwischendurch, jetzt nicht mehr.

0,3 Quadratmeter je Wagen, das war der Sitz. Gewonnen hat sie der Bericht, verloren der Rücken.

Der Vorstand nennt das eine ergonomische Verbesserung. Verbessert wurde die Stehfläche, nicht die Erholung.

Frau Merten fährt als Zugbegleiterin, zehn Stunden am Tag. Ihr Klappsitz ist ausgebaut, sie steht.

Ihre Füße kennen den Unterschied, ihr Rücken auch. Ergonomie heißt für sie: keine Pause im Stehen.

Sie fragte, wo sie sich nun kurz setzen solle. Man verwies auf die gewonnene Bewegungsfreiheit.

Bewegungsfrei ist ein Wagen ohne Sitz. Frei bewegt sich das Personal, weil es nicht sitzen darf.

Der Minister lobt die Investition in gesunde Arbeitsplätze. Gesund ist das Wort, müde sind die Beine.

Gemessen wird die Fläche, nicht die Belastung. Fläche gewonnen, Erholung verloren.

Der Sitz war klein, die Wirkung groß. Ein Klappsitz ist die letzte Pause einer langen Schicht.

Für nächstes Jahr ist der Ausbau weiterer Sitze geplant. Noch mehr Stehfläche, noch weniger Sitz.

So wird aus einem fehlenden Sitz eine Kennzahl. Ergonomie, gemessen in Quadratmetern.

4.100 Wagen, 4.100 ausgebaute Sitze, dieselbe Schicht. Zehn Stunden, jetzt im Stehen.

Die Klappsitze der Zugbegleiter sind ausgebaut, im Bericht steht das unter Ergonomie. Dauerndes Sitzen sei ungünstig, dauerndes Stehen zehn Stunden auch, nur zählt das nicht.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Vier Minuten Wendezeit sind in einer Zehnstundenschicht die einzige Gelegenheit zu sitzen +++

+++ Das Gutachten zur Wirbelsäulenbelastung ist von 2016 und stammt aus dem eigenen Haus +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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