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Bahn sucht Fahrer, die nicht fahren, für 60 Prozent Lohn
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Ausbildung 14 Monate)

Der Platz ist frei. Seit Monaten. Foto: wpa (Symbolbild)
Fulda (wpa) – Der Deutschen Bahn fehlen nach eigenen Angaben 12.000 Lokführer. Bis 2030 gehen weitere 20.000 in Rente.
Ausgebildet werden 3.500 im Jahr. Die Lücke wächst also weiter.
„Wir bilden aus, so viel wir können“, sagt Personalvorstand Reiner Nachwuchsquote. Neu ist jetzt eine zweite Stellenart.
Gesucht werden Leute für den Beifahrersitz. Sie fahren nicht selbst.
Sie sind nur dabei. Der Nutzen liegt in der Ausbildung.
Wer mitfährt, lernt die Strecke kennen. Nach 14 Monaten kann eine Prüfung folgen.
Pflicht ist sie nicht. Fachleute halten das Modell für sinnvoll.
Kritisiert wird die Bezahlung. Beifahrer bekommen 60 Prozent des Einstiegsgehalts.
Verantwortung tragen sie keine. Die Gewerkschaft sieht einen Einstieg über den Preis.
Man wolle keine billigen Zuschauer. Die Bahn widerspricht.
Man wolle Menschen für den Beruf gewinnen. Der Beruf gilt als anspruchsvoll.
Die Schichten sind unregelmäßig. Wochenenden oft, Feiertage auch.
Dazu kommt die Verantwortung. Ein Zug wiegt bis zu 800 Tonnen.
Für viele ist das ein Grund abzusagen. Für andere der Grund zuzusagen.
Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Für Quereinsteiger elf Monate.
Der Quereinstieg ist das häufigste Modell. Zwei Drittel gehen den Weg.
Die Abbrecherquote liegt bei 30 Prozent. Genannt werden Schichten und Prüfungsdruck.
Die Bahn arbeitet an besseren Bedingungen. Erste Schritte sind angekündigt.
Vorher muss man einen Einstellungstest bestehen. Er findet an drei Standorten statt.
Einer ist mit dem Zug gut erreichbar. Er liegt in Frankfurt.
Die Anreise zahlt man selbst. Erstattet wird sie nach Bestehen.
Wer nicht besteht, zahlt die Fahrt. Bei zwei Umstiegen sind das 61 Euro.
Im ersten Monat kamen 4.000 Bewerbungen. Eingestellt wurden 90.
Der Rest erfüllte die Anforderungen nicht oder erschien nicht.
Letztes Jahr erschienen 2.400 Bewerber nicht zum Termin. In 340 Fällen war die Anreise der Grund.
340 Bewerber sind knapp drei Prozent des offenen Bedarfs.
Wer zu spät kommt, verliert den Termin. Auch das ist eine Art Prüfung.
Geworben wird mit einer Kampagne. Ihr Budget beträgt 4,1 Millionen Euro.
Sie wirbt mit dem Satz: Wir bringen Sie ans Ziel.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Kampagnenbudget 4,1 Millionen Euro, Anreise zum Einstellungstest wird nur bei Bestehen erstattet +++
+++ 340 Bewerber nannten die Anreise als Grund für ihr Fernbleiben +++
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