Tempo 30 wirkt: Weniger Unfälle, dafür verpasst jeder Bus seinen Anschluss

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Tempo 30 wirkt: Weniger Unfälle, dafür verpasst jeder Bus seinen Anschluss

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (mit 30)

Tempo 30 Satire: Waschbär steht an einer innerstädtischen Straße mit Verkehrsschildern

Der Chefredakteur fährt langsamer. Der Zug nicht. Foto: wpa (Symbolbild)

Gießen (wpa) – In Gießen gilt seit Januar auf mehreren Hauptstraßen Tempo 30. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten sank um 22 Prozent.

Das ist ein deutlicher Erfolg. Er ist unstrittig.

Gestiegen ist die Fahrzeit der Buslinien. Sie beträgt auf der Linie 12 vier Minuten mehr.

Der Anschluss an den Regionalzug beträgt drei Minuten. Er wird seither nicht mehr erreicht.

„Die Verkehrssicherheit hat Vorrang“, teilt die Stadt mit. Vorrang hat sie zu Recht.

Eine Anpassung des Busfahrplans wäre möglich. Zuständig ist der Verkehrsverbund.

Der Verkehrsverbund hat im März geantwortet. Eine Anpassung sei zum Fahrplanwechsel möglich.

Der Fahrplanwechsel ist im Dezember. Bis dahin sind es elf Monate.

Eine Anpassung des Zugfahrplans wäre ebenfalls möglich. Zuständig ist der Konzern.

Der Konzern hat im April geantwortet. Der Jahresfahrplan sei im Frühjahr festgezurrt.

Festgezurrt wurde er im April. Die Tempo-30-Regelung galt seit Januar.

Zwischen beiden Terminen lagen drei Monate. In diesen drei Monaten hat niemand die Verbindung hergestellt.

Hergestellt hätte sie eine gemeinsame Stelle. Eine solche Stelle gibt es nicht.

Die Stadt regelt den Straßenverkehr. Das Land bestellt den Zug.

Der Verbund plant den Bus. Der Konzern fährt.

Vier Zuständigkeiten für eine Umsteigebeziehung. Das ist der Normalfall.

Betroffen sind rund 900 Fahrgäste täglich. Sie warten seither eine Stunde.

Eine Stunde ist der Takt der Regionallinie. Er wurde 2019 von 30 auf 60 Minuten ausgedünnt.

Ausgedünnt wurde er wegen geringer Auslastung. Die Auslastung ist seither weiter gesunken.

Gesunken ist sie besonders stark seit Januar. Erhoben wurde das im Juli.

Frau Willms fährt mit dem Bus zum Bahnhof und weiter zur Arbeit. Sie steht seit Januar eine Stunde früher auf.

Sie sagt, Tempo 30 finde sie richtig. Sie habe zwei Kinder an dieser Straße.

Sie sagt auch, sie verstehe nicht, warum niemand den Bus vier Minuten früher fahren lässt.

Vier Minuten früher wäre möglich. Zuständig wäre der Verbund.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Unfälle minus 22 Prozent, Anschlussquote minus 61 +++

+++ Fahrplananpassung geprüft, sie wäre zum Fahrplanwechsel möglich +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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