Sturmtief heißt jetzt Ersatzverkehr

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

Sturmtief heißt jetzt Ersatzverkehr

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Sturmwarnung)

Sturmtief Satire: Waschbär steht bei starkem Wind auf einem leeren Bahnsteig unter dunklen Wolken

Der Sturm heißt jetzt anders. Foto: wpa (Symbolbild)

Hamburg (wpa) – Ein Sturmtief über Norddeutschland trägt seit Montag den Namen Ersatzverkehr. Die Patenschaft übernahm ein Fahrgastverband.

Namenspatenschaften für Tiefdruckgebiete vergibt eine Universität. Ein Tief kostet 400 Euro, ein Hoch 240.

Tiefs sind teurer, weil sie häufiger genannt werden.

„Wir wollten auf einen Zusammenhang hinweisen“, sagte ein Sprecher des Verbands. Der Zusammenhang: Beides bringt den Verkehr zum Erliegen.

Die Bahn hat nicht reagiert. Der Wetterdienst hat um Zurückhaltung gebeten.

Namen sollten neutral bleiben. Eine Ablehnung ist allerdings nicht vorgesehen.

Vergeben wird nach Eingang der Zahlung. Ähnliche Fälle gab es schon.

Ein Tief hieß bereits Signalstörung. Ein weiteres Weichenstörung.

Beide zogen im Februar auf.

Das Sturmtief Ersatzverkehr brachte Böen von 110 Kilometern pro Stunde. Betroffen waren fünf Bundesländer.

Im Bahnverkehr fielen 400 Züge aus. Betroffen waren 90.000 Reisende.

Als Ursache wurden Bäume im Gleis genannt. Insgesamt 240.

Die Räumung dauerte 30 Stunden. Im Einsatz waren 90 Trupps.

Fahrgastverbände fordern seit Jahren einen breiteren Rückschnitt. Die Bahn verweist auf den Naturschutz.

Der Naturschutz verweist auf die Verkehrssicherungspflicht. Die liegt bei der Bahn.

Die Zuständigkeit ist damit geklärt. Der Rückschnitt bleibt dennoch strittig.

Betroffen sind 20.000 Kilometer Strecke. Bearbeitet werden jährlich 2.000.

Ein vollständiger Durchgang dauert zehn Jahre. In der Zeit wachsen die Bäume nach.

Für die kommenden Stürme ändert sich damit wenig. Das wissen alle Beteiligten.

Genannt wird ein Tief in Störungsmeldungen. Die nennen im Regelfall die Ursache.

Die Ursache Wetter wurde im Vorjahr in 14 Prozent der Fälle genannt. In 61 Prozent hieß es Betriebsstörung.

Genannt wird ein Zustand, keine Ursache. Ein Zustand als Ursache ist eine Auskunft ohne Inhalt.

Bekannt ist das und unbestritten. Geändert wurde es nicht.

Der Verband plant deshalb eine weitere Patenschaft. Vorgesehen ist der Name Trassenpreis.

Der Wetterdienst hat vorsorglich abgelehnt. Eine Begründung wurde nicht genannt.

Der Verband prüft nun Alternativen. Im Gespräch ist eine Hochdruckzone.

Ein Hoch kostet 240 Euro. Dafür ließe sich eine Wetterlage benennen, die selten vorkommt.

Diese hieße dann Pünktlichkeit. Sie tritt seltener auf als der Sturm.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ In 61 Prozent der Meldungen lautet die Ursache Betriebsstörung – das ist ein Zustand, keine Ursache +++

+++ Ein Tiefname kostet 400 Euro +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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