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Nebel-Merkblatt statt Signal im Führerstand
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Sicht unter 50 Meter)

Da vorne ist ein Signal. Vermutlich. Foto: wpa (Symbolbild)
Bielefeld (wpa) – Bei dichtem Nebel sind Signale entlang der Strecke schwer erkennbar. Die Bahn hat dafür eine Handreichung erstellt.
Sie umfasst vier Seiten. Beschrieben wird, woran sich Lokführer orientieren können.
Genannt werden Streckenkilometer, Brücken und Bahnübergänge. Die Aufzählung ist nicht abschließend.
„Erfahrung ersetzt keine Technik“, sagte Betriebsleiter Uwe Stellwerk. „Sie hilft aber.“
Beschrieben wird auch, dass im Zweifel auf Sicht zu fahren ist. Das ist richtig und war vorher schon so.
Neu ist der Anlass. Auf diesem Abschnitt fehlt die Signalübertragung in den Führerstand.
Eine technische Lösung gibt es seit 2006. Sie überträgt Signale direkt in den Führerstand.
Mit ihr wäre Nebel kein Faktor. Das Signal steht dann auf dem Display.
Eingebaut ist sie auf zwölf Prozent des Netzes. Vollständig ausgerüstet sein sollte es 2023.
Der Termin wurde auf 2038 verschoben. Grund: Kosten und Kapazitäten.
Die Kosten liegen bei 30 Milliarden Euro. Finanziert sind davon 4.
Auf den ausgerüsteten Strecken spielt Nebel keine Rolle. Dort wird normal gefahren.
Auf den übrigen 88 Prozent gilt eine Regelung. Bei Sicht unter 50 Metern wird langsamer gefahren.
Erlaubt sind dann 40 Kilometer pro Stunde. Das verlängert die Fahrzeit erheblich.
Im November betraf das an 14 Tagen große Teile des Netzes. Die Verspätungen summierten sich auf 200.000 Minuten.
Diese Minuten fließen in die Statistik. Eine Ausnahme für Wetter gibt es nicht.
Für Laub gibt es so eine Ausnahme seit diesem Jahr. Für Nebel wurde sie beantragt.
Der Antrag wird geprüft. Zuständig ist eine interne Stelle.
Fahrgastverbände halten Ausnahmen grundsätzlich für falsch. Sie verschleierten die Lage.
Die Bahn verweist auf die Vergleichbarkeit. Wetter sei nicht beeinflussbar.
Die Ausrüstung der Strecken wäre es. Darauf wurde hingewiesen.
Die Antwort verwies auf die Finanzierung. Die liege beim Bund.
Der Bund verweist auf den Haushalt. Der ist bis 2029 festgelegt.
Für diesen Abschnitt ist die Ausrüstung für 2032 vorgesehen. Sie kostet 41 Millionen Euro.
Die Handreichung kostete 14.000. Beides steht in derselben Vorlage.
Auf Seite drei und auf Seite elf. Beschlossen wurde Seite drei.
Bis 2032 gilt die Handreichung. Sie liegt in jedem Führerstand aus.
Gelesen wird sie meist bei Nebel. Dann ist es allerdings zu spät.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Handreichung 14.000 Euro, technische Nachrüstung 41 Millionen – beides in derselben Vorlage +++
+++ Die Führerstandssignalisierung ist für 2032 vorgesehen +++
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