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Verspätung im alten Jahr entstanden, gezählt im neuen
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Jahreswechsel unterwegs)

Abfahrt im alten Jahr. Ankunft im neuen. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Ein Fernzug von München nach Berlin hat sein Ziel im neuen Jahr erreicht. Abgefahren war er am 31. Dezember.
Die Verspätung betrug 190 Minuten. Ankunft um 0:40 Uhr.
Für die Statistik hat das Folgen. Gezählt wird die Verspätung im Jahr der Ankunft.
Entstanden ist sie im alten Jahr. Zugeordnet wird sie dem neuen.
„Das ist eine saubere Abgrenzung“, sagt Statistikleiter Ludwig Jahreswechsel. Kaufmännisch sei das üblich.
Sauber ist die Abgrenzung, verschoben die Schuld. Das alte Jahr endet pünktlich, auf dem Papier.
Für Fahrgäste ist es schwer nachvollziehbar. Betroffen waren in dieser Nacht 41 Züge.
Die mittlere Verspätung lag bei 94 Minuten. In diesen Zügen reisten 9.000 Menschen.
9.000 Menschen warteten ins neue Jahr hinein. Ihre Verspätung begann im alten und zählt im neuen.
Frau Marquardt saß in einem der 41 Züge. Sie feierte Silvester zwischen zwei Bahnhöfen, verspätet.
Ihre 190 Minuten begannen um 21:30 im alten Jahr. Gezählt werden sie im neuen, sauber abgegrenzt.
Der Vorstand nennt die Zuordnung korrekt. Korrekt wandert die Verspätung über den Jahreswechsel.
Das alte Jahr schließt mit einer besseren Quote. Die schlechte Nacht liegt schon im neuen.
Der Minister lobt die transparente Statistikführung der Bahn. Transparent ist die Grenze, verschoben der Ärger.
Gemessen wird das Jahr der Ankunft, nicht das der Ursache. Angekommen wird 0:40, verspätet seit 21:30.
Eine Verspätung, die das Jahr wechselt, bleibt dieselbe Verspätung. Nur die Jahresbilanz wechselt mit.
Für die Jahresstatistik ist das ein guter Schnitt. Der Schnitt liegt genau um Mitternacht.
So schließt die Bahn ein Jahr pünktlich ab, indem sie die letzte Nacht ins nächste schiebt. Gefeiert wird im Zug, gezählt danach.
41 Züge, 9.000 Menschen, ein Jahreswechsel im Wartemodus. Zugeordnet dem Jahr, in dem sie ankamen.
Ein Fernzug kam mit 190 Minuten Verspätung um 0:40 in Berlin an, und weil das Jahr der Ankunft zählt, fiel die im alten Jahr entstandene Verspätung ins neue. Frau Marquardt feierte Silvester im Zug, sauber abgegrenzt.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 41 Züge, 64 Stunden Verspätung aus der Silvesternacht belasten das erste Quartal des Folgejahres +++
+++ Der Vorschlag zur gesonderten Ausweisung liegt seit elf Monaten vor +++
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