Zuverlässigkeit belegt: Der Strom fällt zwölf Minuten im Jahr aus, die Weiche daneben 41 Mal

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Zuverlässigkeit belegt: Der Strom fällt zwölf Minuten im Jahr aus, die Weiche daneben 41 Mal

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (zwölf Minuten)

Stromnetz Satire: Waschbär steht neben einer Weiche mit Oberleitungsmasten im Hintergrund

Der Chefredakteur vergleicht zwei Netze. Eines funktioniert. Foto: wpa (Symbolbild)

Halle (wpa) – Das deutsche Stromnetz hatte im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Ausfalldauer von zwölf Minuten je Anschluss. Der Wert ist international einer der besten.

Im selben Bezirk fiel eine einzelne Weiche 41 Mal aus. Beide Werte stammen aus demselben Jahr.

Der Vergleich wurde intern angestellt. Veröffentlicht wurde er nicht.

Angestellt hat ihn ein Fahrdienstleiter. Er hat ihn in einem Verbesserungsvorschlag eingereicht.

„Die Systeme sind nicht vergleichbar“, lautet die Antwort. Das ist zutreffend.

Zutreffend ist auch, dass beide Netze in Deutschland betrieben werden. Beide unterliegen staatlicher Aufsicht.

Das Stromnetz wird von der Bundesnetzagentur reguliert. Sie setzt Qualitätsvorgaben mit finanzieller Wirkung.

Wer die Vorgaben verfehlt, bekommt weniger Netzentgelt. Das ist eine echte Sanktion.

Im Schienennetz gibt es ebenfalls Qualitätsvorgaben. Die Sanktion zahlt der Konzern an seinen Eigentümer.

Der Eigentümer ist der Bund. Der Bund ist Eigentümer des Konzerns.

Damit ist die Sanktion eine Umbuchung. Sie tut niemandem weh.

Genau darin liegt der Unterschied zwischen beiden Netzen. Er liegt nicht in der Technik.

Die betroffene Weiche stammt aus dem Jahr 1974. Ihre Störungen sind überwiegend witterungsbedingt.

Witterungsbedingt heißt Feuchtigkeit im Antrieb. Der Antrieb ist nicht gekapselt.

Gekapselte Antriebe gibt es seit den Neunzigern. Sie kosten rund 14.000 Euro mehr.

Der Austausch war 2019 vorgesehen. Er wurde verschoben.

Verschoben wurde er auf 2024. Dann auf 2028.

Die Verschiebungen sind dokumentiert. Als Grund werden jeweils Mittel genannt.

Die Mittel waren im Haushalt vorhanden. Abgerufen wurden sie nicht.

Nicht abgerufen wurden im vergangenen Jahr 340 Millionen Euro. Sie erscheinen als Minderausgabe.

Herr Neuhaus ist der Fahrdienstleiter mit dem Verbesserungsvorschlag. Er arbeitet seit 31 Jahren im Bezirk.

Er hat für den Vorschlag eine Eingangsbestätigung bekommen. Die Antwort kam nach elf Monaten.

In ihr stand, die Systeme seien nicht vergleichbar. Er sagt, das habe er nicht bestritten.

Bestritten habe er, dass 41 Ausfälle normal seien.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Zwölf Minuten Stromausfall im Jahr, 41 Weichenstörungen am selben Ort +++

+++ Vergleich intern angestellt, veröffentlicht wurde er nicht +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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