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Tempo angepasst: Bahn senkt die zulässige Geschwindigkeit auf den Wert, der ohnehin gefahren wird
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (mit 40 km/h)

Der Chefredakteur geht zu Fuß. Es ist ähnlich schnell. Foto: wpa (Symbolbild)
Osnabrück (wpa) – Die Bahn hat die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 1.000 Abschnitten gesenkt. Der neue Wert entspricht dem, was dort ohnehin gefahren wird.
Damit entfallen sämtliche Langsamfahrstellen. Ihre Zahl sinkt von 1.000 auf null.
Eine Langsamfahrstelle ist definiert als Abweichung von der zulässigen Geschwindigkeit. Wird die zulässige Geschwindigkeit gesenkt, entfällt die Abweichung.
„Wir schaffen Klarheit im Netzzustand“, erklärt Netzvorstand Hartmut Bauabschnitt. Klar ist jetzt, dass alles regelkonform ist.
Die Kennzahl Langsamfahrstellen geht in den Bericht an den Bund ein. Sie ist Teil des Finanzierungsvertrags.
Bei null Langsamfahrstellen entfällt eine Sanktion. Sie hätte 41 Millionen Euro betragen.
Gefahren wird auf diesen Abschnitten weiterhin 40. Gefahren wurde dort auch vorher 40.
Physisch hat sich nichts geändert. Der Schotter ist derselbe.
Geändert hat sich der Eintrag im Streckenbuch. Er wurde in elf Minuten vorgenommen.
Abgebaut werden nun die Schilder. Das spart 90.000 Euro Unterhalt im Jahr.
Ein Schild markiert den Beginn einer Langsamfahrstelle. Ohne Langsamfahrstelle braucht es kein Schild.
Lokführer erhalten stattdessen ein aktualisiertes Streckenbuch. Es umfasst 340 Seiten.
Die Änderungen sind darin nicht markiert. Markierungen waren nicht vorgesehen.
Zwischen Osnabrück und Bremen ist die Fahrzeit seit 2011 um neun Minuten gestiegen. Sie bleibt unverändert.
Unverändert bleibt auch der Sanierungsbedarf. Er ist nur nicht mehr als Abweichung erfasst.
Erfasst wird künftig der Zustand über die Note. Die Note wird vom Konzern selbst vergeben.
Sie liegt auf diesen Abschnitten bei 3,4. Eine Sanierung ist ab 3,5 vorgesehen.
Die Differenz beträgt ein Zehntel. Gemessen wird sie einmal jährlich.
Ein Zehntel Note entspricht nach der Riedbahn-Rechnung rund 21 Millionen Euro. Aufgewendet wurden null.
Der Bundesrechnungshof hat den Vorgang geprüft. Sein Bericht wurde zur Kenntnis genommen.
Herr Determann fährt die Strecke seit 1998. Er hat den Unterschied nicht bemerkt.
Er sagt, es sei vorher schon langsam gewesen. Er sagt auch, jetzt stehe es wenigstens so im Buch.
Seinen Anschluss in Bremen bekommt er an drei von fünf Tagen. Das war vorher auch so.
Er wartet dann 47 Minuten in der Halle. Regelkonform.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Zahl der Langsamfahrstellen sinkt von 1.000 auf null, gefahren wird wie vorher +++
+++ Schilder werden abgebaut, das spart 90.000 Euro Unterhalt +++
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