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Räder mit dem Hammer von 1886 geprüft, der Ultraschall steht daneben
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Ton stimmt)

Der Ton ist hell. Das Rad darf weiterfahren. Foto: wpa (Symbolbild)
Nürnberg (wpa) – In einer Werkstatt in Nürnberg werden Räder mit einem Hammer geprüft. Der Prüfer schlägt dagegen und hört zu.
Klingt es hell, ist das Rad in Ordnung. Klingt es dumpf, hat es einen Riss.
Das Verfahren stammt von 1886. Bis heute zugelassen.
„Es funktioniert“, sagt Radprüfer Anton Klangprobe. Die Trefferquote liege bei 99,4 Prozent.
Ein Ultraschallgerät erreicht 99,6 Prozent. Es erkennt Risse ab 0,4 Millimetern.
Es kostet 280.000 Euro. Der Hammer 34.
0,2 Prozentpunkte trennen die beiden. Dazwischen liegen 279.966 Euro.
Der Hammer hält etwa zwölf Jahre. Das Gerät braucht Wartung und Kalibrierung.
Die Bahn hat beides angeschafft. Der Hammer prüft, das Gerät steht daneben.
Herr Dill fährt auf Rädern, die ein Ohr geprüft hat. Das Ohr irrt sich in 0,6 Prozent, das Gerät in 0,4.
Beide Verfahren sind zugelassen, beide sind gut. Nur eines kostet so viel wie ein Haus.
Der Vorstand nennt die Beschaffung eine Modernisierung. Modernisiert wurde das Regal neben dem Hammer.
Der Fachmann hört den Riss, seit Jahren, verlässlich. Sein Können ist von 1886 und trifft fast so gut wie die Technik.
Der Minister lobt den Einsatz modernster Prüftechnik. Modernst ist das Gerät, benutzt wird der Hammer.
Gemessen wird die Zahl der angeschafften Geräte, nicht die Trefferquote. Angeschafft sind beide, geschlagen wird mit einem.
280.000 Euro für 0,2 Prozentpunkte, die ein Ohr nicht braucht. Der Hammer bleibt im Einsatz, das Gerät im Schrank.
Für die Ultraschallprüfung fehlt oft die Zeit. Der Hammer ist schneller und fast so genau.
So modernisiert die Bahn ihre Werkstatt, indem sie ein teures Gerät neben einen billigen Hammer stellt. Geprüft wird nach Gehör.
Ein Klang, ein Riss, ein Urteil, seit 1886. Daneben 280.000 Euro Technik, die zuhört, wie der Mensch schlägt.
In Nürnberg prüft ein Fachmann die Räder mit einem 34-Euro-Hammer zu 99,4 Prozent, während der Ultraschall für 280.000 Euro daneben steht und 99,6 schafft. Angeschafft hat die Bahn beides, geschlagen wird mit dem Hammer.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Gerät für 280.000 Euro, bedient von einem Prüfer – es fehlen zwölf +++
+++ Plakatkampagne für 900.000 Euro brachte vier Bewerbungen +++
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