Ein Viertel der Sirenen bleibt stumm, die Warnung kommt per Post

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Ein Viertel der Sirenen bleibt stumm, die Warnung kommt per Post

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Probealarm)

Warntag Satire: Waschbär steht auf einem Platz unter einer Sirene an einem Mast

Der Chefredakteur hört nichts. Es ist Warntag. Foto: wpa (Symbolbild)

Bonn (wpa) – Beim bundesweiten Warntag im September blieben 2.100 von 8.400 Sirenen stumm. Ein Viertel.

Die betroffenen Kommunen wurden informiert. Schriftlich.

Zugestellt per Post. Angekommen nach vier Tagen.

Eine Warnung, die vier Tage braucht, warnt vor nichts mehr. Sie meldet, dass gewarnt worden wäre.

Bezeichnet wird der Vorgang als Nachwarnung. Der Begriff wurde für diesen Zweck geschaffen.

„Der Warntag hat seinen Zweck erfüllt“, sagt Amtssprecher Kurt Sirenenprobe. Erfüllt wurde die Feststellung von Lücken.

Der Zweck war, Lücken zu finden. Gefunden wurden 2.100, gefüllt keine.

Für die Vorwarnung wurden 34 Millionen Euro ausgegeben. Für Anzeigen, Radio und Internet.

Die Vorwarnung erreichte nach eigener Erhebung 84 Prozent. Der Alarm selbst 61 Prozent.

Gewarnt wurde vor dem Warntag mehr als am Warntag. Die Ankündigung schlug den Alarm.

Herr Voss wohnt unter einer der 2.100 stummen Sirenen. Er erfuhr vom Ausfall aus dem Brief, vier Tage später.

Im Ernstfall wäre der Brief zu spät, die Sirene stumm, der Bürger uninformiert. Am Warntag war es eine Übung, mit echtem Ergebnis.

Das erinnert an die Bahn, die den Ersatzverkehr per Aushang ankündigt, wenn der Zug schon weg ist. Gewarnt wird nach der Panne.

Der Vorstand des Amtes nennt den Tag einen Erfolg. Erfolgreich festgestellt wurde, dass ein Viertel schweigt.

Der Minister lobt die gewonnene Erkenntnis über die Warnlage. Erkannt wurde die Lücke, geschlossen wird sie später.

Gemessen wird die Erkenntnis, nicht die Reichweite. Erkannt ist viel, gewarnt wenig.

Für die 2.100 Sirenen gibt es einen Reparaturplan. Er wird per Post verschickt, wie die Nachwarnung.

So warnt ein Land seine Bürger, indem es hinterher schreibt. Der Alarm kommt mit der Briefpost.

Ein Viertel schwieg, die Nachwarnung ratterte durch die Poststelle. Beides zusammen ergibt Sicherheit, auf dem Papier.

Am Warntag blieben 2.100 Sirenen stumm, und die betroffenen Orte erfuhren es per Post nach vier Tagen. Der Warntag erfüllte seinen Zweck, die Lücken festzustellen, gewarnt hat er wie die Bahn, die den Ausfall aushängt, wenn der Zug schon fort ist.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 610.000 Menschen leben ohne Netzabdeckung, 2.100 Sirenen sind nicht angeschlossen +++

+++ Vorwarnung per Post für 34 Millionen, zugestellt am Tag der Warnung +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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