14 Lokführer bekämpfen den Lokführermangel, vom Schreibtisch

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14 Lokführer bekämpfen den Lokführermangel, vom Schreibtisch

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (14 Stellen)

Stabsstelle Personalgewinnung Satire: Waschbär sitzt auf einem herausgedrehten Bürostuhl in einem leeren Großraumbüro

Die neue Stabsstelle. Vierzehn Stellen, alle aus dem Fahrdienst. Foto: wpa (Symbolbild)

Frankfurt (wpa) – Die Bahn bekämpft den Lokführermangel mit einer neuen Stabsstelle. Besetzt hat sie sie mit 14 Lokführern.

14 Fahrer, die vorher Züge fuhren, werben jetzt Fahrer. Vom Schreibtisch aus, gegen den Mangel, den sie gerade vergrößern.

„Das ist folgerichtig“, sagt Stabsstellenleiter Hartmut Sollbestand. Wer den Beruf kenne, könne ihn glaubwürdig verkaufen.

Glaubwürdig ist daran nur eins: dass jetzt 14 Fahrer fehlen. Sie stehen im Plan als vakant.

Vakant sind sie, weil man sie in die Stabsstelle gesetzt hat. Man schafft den Mangel, den man bekämpft.

Ein perfekter Kreis. Je mehr gegen den Mangel arbeiten, desto größer der Mangel.

Die Stabsstelle plant Kampagnen. Kampagnen zeigen Lokführer, die es im Zug gerade nicht mehr gibt.

Beworben wird der schönste Beruf der Welt. Von Leuten, die ihn verlassen haben, für ein Büro.

Der Vorstand nennt das eine Investition in die Zukunft. Die Gegenwart fährt derweil einen Zug weniger.

Einen Zug weniger, weil der Fahrer jetzt Folien baut. Über den Fahrermangel, den sein Fehlen verschärft.

Gemessen wird der Erfolg an Bewerberzahlen. Nicht an den Zügen, die deshalb ausfallen.

Ausgefallen ist der 7:12. Der Fahrer sitzt in Sitzung, Thema: Nachwuchsgewinnung.

Herr Sauer wollte mit dem 7:12 zur Arbeit. Er stand am Gleis und las die Kampagne am Automaten.

„Werde Lokführer“, stand da, groß und bunt. Sein Lokführer war gerade dabei, genau das zu plakatieren.

Die verbliebenen Fahrer machen die Schichten der 14 mit. Doppelschichten, dafür gibt es dann eine Nadel.

So dreht sich alles: mehr Werbung, weniger Fahrer, mehr Ausfall, mehr Werbung. Ein Perpetuum mobile der Leere.

Der Minister lobt die aktive Fachkräftestrategie. Aktiv wird der Mangel bewirtschaftet, nicht behoben.

Behoben wäre er mit 14 Fahrern im Zug. Die sitzen aber im Büro und suchen 14 Fahrer.

Nächstes Jahr wächst die Stabsstelle. Auf 20 Stellen, besetzt aus dem Fahrdienst, versteht sich.

Gegen den Fahrermangel arbeiten jetzt 14 Fahrer. Im Büro, wo kein Zug wartet.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 14 Fahrer aus dem Bestand fehlen im Fahrdienst – 61 Umläufe je Woche +++

+++ Im ersten Jahr wurden 41 Einstellungen begleitet +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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