In den Sommerferien gezählt, dann die Schülerzüge gestrichen

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In den Sommerferien gezählt, dann die Schülerzüge gestrichen

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Ferienfahrplan)

Sommerpause Satire: Waschbär steht auf einem leeren Bahnsteig in gleißendem Sommerlicht

Der Chefredakteur wartet auf den Schülerzug. Es sind Ferien. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Die Bahn hat 41 Regionalverbindungen gestrichen. Grundlage ist eine Auslastungszählung.

Gezählt wurde in der zweiten Juliwoche. Da waren in acht Bundesländern Sommerferien.

Betroffen sind vor allem Verbindungen im Schülerverkehr. Sie fahren morgens und am frühen Nachmittag.

In den Ferien nutzt sie fast niemand. Das ist der Zweck von Ferien.

Gezählt wurde also die Leere. Sie war vorhersehbar, sie stand im Ferienkalender.

„Die Zählung erfolgte nach dem üblichen Verfahren“, sagt Verkehrsplanerin Regina Zählwoche. Üblich ist der Julitermin.

Der Julitermin wurde 2019 festgelegt. Damals galt er als organisatorisch günstig.

Günstig, weil in den Ferien weniger Personal fürs Zählen gebunden ist. Das stimmt, und es ist der ganze Trick.

Wer im Leeren zählt, findet leere Züge. Wer leere Züge findet, darf sie streichen.

Frau Kühne hat zwei Kinder, die im September wieder zur Schule müssen. Ihr Zug fährt dann nicht mehr.

Gestrichen wurde er, weil er im Juli leer war. Im September wäre er voll gewesen, mit ihren Kindern.

Die Kinder stehen jetzt an einer Haltestelle ohne Zug. Gezählt hat man sie im Urlaub, gestrichen im Betrieb.

Der Vorstand nennt die Streichung datenbasiert. Basiert sind die Daten auf dem einen Monat, in dem niemand fährt.

Man hätte im November zählen können, im vollen Betrieb. Gezählt wurde im Juli, im leeren.

Der Minister lobt die effiziente Netzsteuerung nach Nachfrage. Nachgefragt wurde in der Woche ohne Nachfrage.

Gemessen wird die Auslastung, nicht der Zeitpunkt der Messung. Ausgelastet war nichts, weil Ferien waren.

Für die nächste Streichrunde ist wieder Juli vorgesehen. Verlässlich leer, verlässlich streichbar.

So baut man ein Netz ab, indem man es im Urlaub misst. Die Ferien liefern die Zahlen, das Schuljahr trägt die Folgen.

Am Ende fehlt der Zug genau dann, wenn die Kinder ihn brauchen. Gezählt wurde, als sie am Strand waren.

Die Bahn strich 41 Schülerverbindungen, weil sie in den Sommerferien leer waren. Gezählt wurde die Leere, die im Kalender stand, getroffen werden die Kinder, die im September vor der leeren Haltestelle stehen.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Gezählt wurde im Juli, Schüler stellen 61 Prozent der Fahrgäste dieser Linie +++

+++ Neun von elf Fahrten gestrichen, im September kamen die Schüler zurück +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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