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Schienengipfel schafft sich selbst ab, einstimmig
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (Ergebnisprotokoll folgt)

Der Chefredakteur hat teilgenommen. Es gab Kaffee. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Der Schienengipfel hat sich am Donnerstag selbst abgeschafft. Der Beschluss fiel einstimmig.
Er lautet, künftig nicht mehr zu tagen. Begründet mit fehlendem Ergebnis.
Ein Gipfel ohne Ergebnis schafft sich ab. Das ist das erste Ergebnis seit Jahren.
„Wir ziehen eine ehrliche Bilanz“, sagt Gipfelsprecher Detlef Schlusssitzung. Ehrlich ist der Befund, unehrlich wäre ein weiterer Termin.
In Kraft tritt der Beschluss nach der nächsten Sitzung. Die ist für Februar terminiert.
Auf ihrer Tagesordnung steht die Umsetzung des Beschlusses. Vorgesehen sind vier Stunden.
Vier Stunden, um zu beschließen, nicht mehr zu tagen. Der Gipfel tagt über sein Ende.
Jahrelang tagte er ohne Wirkung. Jetzt wirkt er, indem er aufhört.
Der Vorstand nennt das einen mutigen Schritt. Mutig ist, zuzugeben, dass man nichts erreicht.
Erreicht wurde in all den Jahren nichts. Außer Fotos, Buffets und Absichtserklärungen.
Frau Ide pendelt seit Jahren über eine marode Strecke. Sie hörte von jedem Gipfel, gemerkt hat sie keinen.
Jetzt hört der Gipfel auf, ihre Strecke bleibt. Der eine wird abgeschafft, die andere nicht saniert.
Der Minister lobt die selbstkritische Entscheidung. Selbstkritisch ist das Ende, folgenlos war der Weg.
Die Kosten des Gipfels standen in einem Bericht. Der Nutzen fehlte, wie immer, deshalb das Aus.
Ein Gipfel, der sich abschafft, ist ehrlicher als einer, der weitertagt. Ehrlichkeit ist billiger als Ergebnisse.
Für die nächste Legislatur ist ein neuer Gipfel im Gespräch. Er soll klären, warum der alte scheiterte.
Klären wird er es in vier Stunden, mit Buffet. Danach schafft auch er sich vielleicht ab.
So endet der Schienengipfel, wie er tagte: ergebnislos, aber pünktlich zum Termin.
Beschlossen ist das Ende, umgesetzt wird es im Februar. Ein Ende mit Vorlaufzeit.
Der Schienengipfel hat einstimmig beschlossen, sich abzuschaffen. Umgesetzt wird das nach einer weiteren Sitzung, das erste Ergebnis war sein Ende.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 61 Teilnehmer, keiner entscheidungsbefugt – beschlossen wurde ein Prüfauftrag zum Format +++
+++ 34.000 Euro für vier Stunden, 476.000 über sechs Jahre +++
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