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InfraGO zahlt sich selbst 41 Millionen Strafe
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (in Eigenregie)

Der Chefredakteur prüft den Prüfer. Es ist derselbe. Foto: wpa (Symbolbild)
Frankfurt (wpa) – Die DB InfraGO hat sich selbst eine Vertragsstrafe auferlegt. 41 Millionen Euro, an sich selbst.
Grundlage ist der Finanzierungsvertrag mit dem Bund. Er sieht Sanktionen bei verfehlten Zielen vor.
Verfehlt wurden vier von neun Zielen. Berechnet hat das die eigene Fachabteilung.
Festgesetzt hat die Strafe die eigene Rechtsabteilung. Überwiesen die eigene Buchhaltung.
„Wir nehmen unsere Verpflichtungen ernst“, sagt Bereichsleiter Ulrich Pönale. Ernst genommen wurde die Frist.
Das Geld wandert von der linken in die rechte Tasche. Eine Strafe, die niemanden schmerzt.
Bestraft wird der Konzern vom Konzern, gezahlt an den Konzern. Ein Kreis, sauber geschlossen.
Wehtun würde eine Strafe, die woandershin geht. Diese bleibt im Haus, warm und folgenlos.
Der Vorstand nennt das gelebte Verantwortung. Verantwortlich zahlt er sich selbst, mit Steuergeld.
Denn das Geld gehört ohnehin dem Bund. Der Bund bestraft den Bund, über eine Tochter.
Herr Hanke pendelt über eine der vier verfehlten Zielstrecken. Sein Zug fiel aus, oft, das war das Ziel.
Verfehlt wurde das Ziel, er wartete am Gleis. Bestraft hat sich der Konzern, ihm half es nicht.
Die 41 Millionen sah er nie. Sie blieben im Konzern, als Strafe an sich selbst.
Der Minister lobt die konsequente Selbstsanktionierung. Konsequent ist der Kreislauf des Geldes.
Gemeldet wird die Strafe als Beleg für Ernsthaftigkeit. Ernst ist die Buchung, nichts sonst.
Repariert wird die Strecke von den 41 Millionen nicht. Sie sind ja nur umgebucht, nicht ausgegeben.
Für nächstes Jahr sind höhere Ziele geplant. Und höhere Strafen, an sich selbst.
So wächst die Strafe und der Konzern behält sie. Ein Bußgeld ohne Empfänger, außer ihm.
Verfehlt, berechnet, festgesetzt, überwiesen. Alles im selben Haus, an denselben Tisch.
InfraGO hat sich 41 Millionen Strafe auferlegt und an sich selbst gezahlt. Wehgetan hat es niemandem, geholfen auch nicht.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ 41 Millionen Pönale zwischen zwei Bereichen desselben Konzerns – konzernweit ein Nullsummenspiel +++
+++ Der Betrag entspricht der Erneuerung von 61 Weichen, erneuert wurden zwanzig +++
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