Auslastung auf 100 Prozent gebracht: Land streicht alle Züge bis auf den, in dem jemand sitzt

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Auslastung auf 100 Prozent gebracht: Land streicht alle Züge bis auf den, in dem jemand sitzt

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (100 Prozent)

Waschbär steht auf einem verlassenen Regionalbahnsteig im flachen Land bei Abendlicht

Der Chefredakteur wartet auf den 19:41. Der fährt dienstags. Foto: wpa (Symbolbild)

Kiel (wpa) – Schleswig-Holstein hat seinen Regionalverkehr neu geordnet. Gestrichen wurden 340 von 341 täglichen Fahrten.

Erhalten bleibt eine Fahrt. Sie verkehrt dienstags um 11:14 Uhr von Kiel nach Rendsburg.

In dieser Fahrt saß bei der letzten Zählung ein Fahrgast. Die Auslastung beträgt damit 100 Prozent.

Vorher lag sie bei 31 Prozent. Die Verbesserung beträgt 69 Punkte.

„Wir setzen die Mittel dort ein, wo sie wirken“, erklärt Verkehrsplanerin Silke Taktlücke. Gewirkt haben sie bei einem Menschen.

Das Land spart durch die Streichung rund 84 Millionen Euro im Jahr. Die verbliebene Fahrt kostet 61.000.

Beide Zahlen stehen im selben Haushaltsentwurf. Sie stehen auf verschiedenen Seiten.

Die Auslastungsquote geht in den Bericht an den Bund ein. Der Bund zahlt danach die Regionalisierungsmittel aus.

Ausgezahlt wird nach Qualität. Qualität wird über die Auslastung gemessen.

Damit erhält das Land für 341 gestrichene Fahrten mehr Geld als vorher. Berechnet ist das korrekt.

Der Fahrgast heißt Herr Nissen und ist 58. Er ist Elektriker in Rendsburg.

Er hat am 4. März zufällig diesen Zug genommen. Sein Auto war in der Werkstatt.

Seitdem ist er die Grundlage der Landesverkehrsplanung. Mitgeteilt wurde ihm das nicht.

Erfahren hat er es aus der Zeitung. Er hat daraufhin im Ministerium angerufen.

Man habe ihm gedankt. Man habe ihn außerdem gebeten, den Termin nach Möglichkeit einzuhalten.

Herr Nissen arbeitet dienstags bis 16 Uhr. Der Zug fährt um 11:14.

Er ist seit März nicht mehr mitgefahren. Die Auslastung wird weiterhin mit 100 Prozent geführt.

Gezählt wurde zuletzt im März. Die nächste Zählung ist für 2028 vorgesehen.

Bis dahin gilt der letzte erhobene Wert. So sieht es die Richtlinie vor.

Die Richtlinie stammt aus dem Bund. Geschrieben wurde sie, um Doppelzählungen zu vermeiden.

Auf den übrigen 340 Verbindungen fahren Busse. Sie fahren nicht überall und nicht abends.

Nach 19 Uhr gibt es im Kreis kein öffentliches Verkehrsmittel mehr. Das betrifft rund 41.000 Menschen.

Diese 41.000 kommen in der Quote nicht vor. Sie sind kein Fahrgast, sondern eine Lücke.

Frau Petersen ist Altenpflegerin und beendet ihre Schicht um 22:10 Uhr. Sie hat sich ein gebrauchtes Auto gekauft.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Auslastungsquote des Landes erstmals bei 100 Prozent, gefahren wird dienstags +++

+++ Der verbliebene Fahrgast wird um Rückmeldung gebeten, ob der Termin passt +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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