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Endlich objektiv: Ihr Zugticket kostet künftig so viel wie der Diesel des Busses, der ihn ersetzt
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (indexiert)

Der Chefredakteur tankt nichts. Er zahlt trotzdem mit. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Der Fahrpreis im Nahverkehr richtet sich ab Januar nach dem Dieselverbrauch. Gemeint ist der Verbrauch des Ersatzbusses.
Der Bus ersetzt den Zug, wenn die Strecke gesperrt ist. Gesperrt ist sie an 141 Tagen im Jahr.
An diesen Tagen zahlen Sie den Diesel. An den übrigen zahlen Sie ihn auch.
Die Formel gilt einheitlich. Eine Unterscheidung wäre aufwendig gewesen.
„Wir bilden die tatsächlichen Kosten ab“, erklärt Tarifreferent Klaus Indexweise. Tatsächlich sind die Kosten des Busses.
Der Zug fährt mit Strom. Strom ist im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent billiger geworden.
Diese 5,2 Prozent kommen in der Formel nicht vor. Aufgenommen wurde nur, was steigt.
Ein Ersatzbus verbraucht auf der Umleitung 34 Liter je hundert Kilometer. Die Umleitung ist 61 Kilometer länger als die Strecke.
Je länger die Umleitung, desto höher der Preis. Die Umleitung legt der Konzern selbst fest.
Damit bestimmt der Anbieter beide Seiten der Rechnung. Aufgefallen ist das in der Anhörung niemandem.
In der Anhörung saßen elf Fachleute. Sieben davon arbeiten für den Konzern.
Die übrigen vier haben schriftlich Bedenken angemeldet. Die Bedenken stehen im Anhang.
Der Anhang wurde nicht mitberaten. Beraten wurde die Formel.
Die Formel umfasst neun Variablen. Acht davon können nur steigen.
Die neunte ist die Auslastung. Sie senkt den Preis, wenn mehr Menschen fahren.
Mehr Menschen fahren, wenn der Preis sinkt. Der Preis sinkt, wenn mehr Menschen fahren.
Diese Schleife wurde geprüft und für nachvollziehbar erklärt. Geprüft hat sie die Abteilung, die sie gebaut hat.
Bekanntgegeben wird der neue Preis Ende September. Die Sommerferien sind dann vorbei.
Das ist kein Zufall, sondern Erfahrung. Im August liest niemand Verkehrsmeldungen.
Herr Tolksdorf pendelt von Neuss nach Düsseldorf und zahlt ab Januar 66,40 Euro. Sein Zug wurde im Juli neunmal durch einen Bus ersetzt.
An diesen neun Tagen ist er 28 Minuten länger unterwegs gewesen. Der Bus fuhr über die Umleitung.
Die Umleitung geht seit dem Frühjahr über eine Landstraße. Sie ist länger geworden, weil eine Brücke gesperrt ist.
Die Brücke gehört dem Landesbetrieb. Der Diesel dafür steht auf seiner Rechnung.
Herr Tolksdorf hat nachgefragt, ob er den Umweg mitbezahlt. Die Antwort war ja, und sie war freundlich.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Preis steigt bei Umleitung automatisch, die Umleitung entscheidet der Konzern +++
+++ Formel geprüft und für nachvollziehbar befunden, geprüft hat sie ihr Urheber +++
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