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Zu oft nach dem Preis gefragt? Das kostet 20 Cent extra
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (ab der elften Minute kostenpflichtig)

Abfrage Nummer elf an diesem Tag. Ab hier wird es kostenpflichtig. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Die Bahn nimmt jetzt Geld fürs Nachfragen. Ab der elften Verbindungsabfrage am Tag kostet jede 20 Cent.
Abgerechnet wird übers Kundenkonto. Wer den Preis sucht, zahlt fürs Suchen.
„Wir dämpfen exzessive Abfragen“, sagt Preisvorstand Malte Abfragegebühr. Exzessiv fragt, wer den günstigsten Zug will.
Günstig ist bei der Bahn ein bewegliches Ziel. Der Preis ändert sich stündlich, von Abfrage zu Abfrage.
Wer ihn im Auge behält, muss oft schauen. Genau das kostet jetzt, ab dem elften Mal.
So wird das Vergleichen bestraft. Vergleichen fand der Konzern noch nie schön.
Denn wer vergleicht, findet die Sprünge. Und die Sprünge sind der eigentliche Skandal.
Der dynamische Preis springt, mal 19, mal 129 Euro. Fürs Nachprüfen zahlt man jetzt Gebühr.
Zehn Abfragen sind frei, danach tickt der Zähler. Bei einer schwankenden Strecke sind zehn schnell weg.
Der Vorstand nennt das Systementlastung. Entlastet wird das System vom lästigen Kunden, der rechnet.
Rechnen soll er nicht, kaufen soll er. Am besten beim ersten Preis, ungeprüft.
Frau Kunze suchte einen günstigen Sparpreis. Sie fragte morgens, mittags, abends, der Preis tanzte.
Bei der elften Abfrage kam die Gebühr. 20 Cent dafür, dass sie den Wucher entlarven wollte.
Sie zahlte fürs Nachschauen, fand den günstigen Zug trotzdem nicht. Der war zwischen zwei Abfragen weg.
Der Konzern verdient nun doppelt: am hohen Preis und am Nachfragen. Wer spart, zahlt fürs Sparenwollen.
Belegt wird das Ganze mit einer Auswertung. 289.154 Abfragen, aber nur die fünf größten Städte, tagsüber.
Untersucht wurde der bestbediente Teil des Netzes. Das Ergebnis gilt trotzdem fürs Ganze, versteht sich.
Der Minister lobt die effiziente Auslastung der Buchungssysteme. Effizient ist, wenn der Kunde nicht mehr vergleicht.
Nächstes Jahr sind es nur noch fünf freie Abfragen. Danach wird der Preis endgültig zur Wundertüte.
Der Preis der Bahn springt, wie er will. Nachschauen dürfen Sie zehnmal, danach kostet die Wahrheit 20 Cent.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Wer den Preis prüft, erhöht die gemessene Nachfrage und damit den Preis +++
+++ Gebühr ab der elften Abfrage im Monat, im ersten Quartal 610.000 Euro +++
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