Nachwuchskampagne gestoppt, sie zeigte den Job wie er ist

⚠ Störungsinfo: Auf diesem Abschnitt der Website fällt der Ernst bis auf Weiteres aus. Es verkehrt ein Satire-Ersatzverkehr. Wir bitten, die Freude zu entschuldigen.

Nachwuchskampagne gestoppt, sie zeigte den Job wie er ist

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (14 Tage)

Nachwuchskampagne gestoppt Satire: Waschbär sitzt im Morgengrauen unter einer aufgehängten Warnschutzjacke am Bahnsteig

Schichtbeginn um 3:40 Uhr. So sah die Kampagne aus. Foto: wpa (Symbolbild)

Berlin (wpa) – Die Bahn hat ihre Nachwuchskampagne nach zwei Wochen gestoppt. Geplant waren drei Monate, gescheitert ist sie an der Wahrheit.

Die Kampagne zeigte den echten Alltag im Fahrdienst. Schichtbeginn 3:40 Uhr, Wochenende, Wendezeiten.

Auch die Nachtarbeit stand drin. 61 Nächte im Jahr, ehrlich, jedes Wort.

„Das war so nicht abgestimmt“, sagt Personalmarketingvorstand Silke Hochglanz. Abgestimmt war das Schönmalen.

Denn eine Vorstudie hatte es gezeigt: Ehrlichkeit schreckt ab. Die Leute wollen den Traum, nicht den Wecker um halb vier.

Also stoppte man die Wahrheit. Nach zwei Wochen, bevor sie noch mehr anrichtet.

Angerichtet hatte sie Ehrlichkeit. Das gilt im Personalmarketing als Betriebsunfall.

Die alte Kampagne kommt zurück. Lachende Gesichter, Sonnenuntergang, ein Zug, der pünktlich ist.

Pünktlich ist er nur im Werbespot. Im echten Fahrdienst kommt zuerst der Wecker.

Der Vorstand nennt das eine Nachjustierung der Bildsprache. Nachjustiert wurde weg von der Realität.

Die Abbruchquote in der Ausbildung liegt bei 31 Prozent. Häufigster Grund: Erwartung passt nicht zum Alltag.

Die Erwartung hatte man ihnen verkauft, mit Sonnenuntergang. Der Alltag kam gratis dazu, um halb vier.

Statt den Alltag zu ändern, ändert man die Bilder. Das ist billiger und stört den Schlaf des Vorstands nicht.

Herr Vahl hatte sich wegen der ehrlichen Kampagne beworben. Endlich mal keiner, der ihn anlügt, dachte er.

Dann verschwand die Kampagne, und mit ihr die Ehrlichkeit. Zurück blieb der Hochglanz und der Wecker.

Er hat trotzdem angefangen. Er wollte den Job, nicht den Spot.

Um 3:40 steht er jetzt am Gleis. Der Sonnenuntergang aus der Werbung kommt erst in zwölf Stunden.

Der Minister lobt das Engagement der Bahn für den Nachwuchs. Engagiert wird eine Agentur, kein Wecker weggeräumt.

So wirbt man weiter mit dem Traum. Und wundert sich, dass ein Drittel aufwacht und geht.

Die ehrliche Kampagne wurde gestoppt. Sie hatte den Fehler, zu stimmen.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Realistische Kampagne: 140 Prozent mehr Bewerbungen, Abbruchquote acht statt 31 Prozent +++

+++ Nach zwei Wochen gestoppt, begründet mit der Außenwirkung +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

Folge dem Bahn-Slam
auf WhatsApp

  • Neue Slam-Texte zuerst
  • Gedanken vom Gleis
  • Keine E-Mail, kein Spam

Deine Nummer bleibt geheim. Du liest, ich schreibe – ganz ohne Datensammeln.



Jetzt Kanal folgen

QR-Code zum Bahn-Slam WhatsApp-Kanal
📷 Scannen & folgen

🦝
Komm mit meinem Waschbär an Bord – schon jetzt an Gleis 1 der Bahn-Slam-Community.

Kanal ansehen →

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →