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Bahn schult Personal im Satz: Ich weiß es auch nicht
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Übung macht ruhig)

Übungseinheit vier. Thema ist der Anschlusszug. Foto: wpa (Symbolbild)
Nürnberg (wpa) – Die Deutsche Bahn schult ihr Personal seit Juni in Deeskalation. Teilgenommen haben bislang 6.000 Beschäftigte.
Kern der Schulung ist eine einzige Aussage. Sie lautet: Ich weiß es auch nicht.
Geübt wird sie in zwölf Tonlagen. Jede passt zu einer anderen Situation.
„Der Inhalt lässt sich nicht ändern“, sagt Trainerin Beate Ruhezone. „Die Wirkung schon.“
Tonlage drei ist für den verpassten Anschluss. Sie klingt bedauernd, aber bestimmt.
Tonlage sieben ist für längere Wartezeiten. Sie enthält einen Anteil Mitgefühl.
Tonlage elf wird selten gebraucht. Sie ist für Fahrgäste mit Tränen.
Zusätzlich wird die Körperhaltung trainiert. Empfohlen sind Blickkontakt und ein halber Schritt zurück.
Der Betriebsrat begrüßt die Schulung ausdrücklich. Das Personal sei täglich Vorwürfen ausgesetzt.
Im vergangenen Jahr gab es 3.400 Übergriffe. Die meisten begannen mit einer Frage nach dem Anschluss.
Fahrgastverbände sehen die Schulung mit gemischten Gefühlen. Man behandele das Symptom.
Die Bahn stimmt dem sogar zu. Für die Ursache sei eine andere Abteilung zuständig.
Die arbeite an der Pünktlichkeit. Seit Jahren.
Der Kurs dauert zwei Tage und endet mit einer Prüfung. Geprüft wird in einem echten Zug.
Die Teilnehmer beantworten 40 Minuten lang Fragen. Antworten stehen ihnen nicht zur Verfügung.
Bestanden haben bisher 94 Prozent. Die übrigen hatten es mit der Wahrheit versucht.
Übergriffe auf Bahnpersonal haben zugenommen. Gemeldet wurden im Vorjahr 3.400 Fälle.
Häufigster Auslöser ist eine Verspätung. Der zweithäufigste eine Auskunft.
Das Training kostet 340 Euro je Teilnehmer. Geschult wurden 2.400 Beschäftigte.
Das sind 816.000 Euro.
Für ein System, das dem Zugbegleitdienst den Grund einer Störung in Echtzeit anzeigt, liegt ein Angebot vor. Es beträgt 610.000 Euro einmalig.
Der Vorschlag wurde 2022 zurückgestellt. Begründung: Der Nutzen sei schwer zu beziffern.
Beziffert ist inzwischen der Krankenstand im Zugbegleitdienst. Er liegt 41 Prozent über dem Konzernmittel.
Als häufigste Ursache nennt die Auswertung psychische Belastung.
Für 2027 ist ein Aufbaukurs geplant. Thema ist der Satz: Das kann ich Ihnen leider nicht sagen.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Deeskalationstraining 816.000 Euro – ein System zur Echtzeitinformation des Zugbegleitdienstes kostet 610.000 einmalig +++
+++ Krankenstand im Zugbegleitdienst 41 Prozent über dem Konzernmittel, häufigste Ursache: psychische Belastung +++
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