40 Jahre Treue, die Feier fällt aus, es fehlt das Personal

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40 Jahre Treue, die Feier fällt aus, es fehlt das Personal

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Saal storniert)

Jubilarfeier abgesagt Satire: Waschbär sitzt auf einem eingedeckten Tisch in einem leeren festlichen Saal

Der Saal am Abend der Feier. 41 Jubilare fehlen. Foto: wpa (Symbolbild)

Kassel (wpa) – Die Deutsche Bahn wollte 41 Beschäftigte für 40 Dienstjahre ehren. Dann sagte sie die Feier ab, es fehlte das Personal.

Geehrt werden sollte Treue. Abgesagt wurde sie, aus Mangel an ebenjener Treue, die man geehrt hätte.

„Die Personallage lässt das derzeit nicht zu“, sagt Personalvorstand Ingo Stellenabbau. Er sagt es, ohne rot zu werden.

40 Dienstjahre heißt Eintritt 1986. Damals hatte der Bereich 2.400 Stellen.

Heute sind es 610. Den Rest hat man wegrationalisiert, Jahr für Jahr, Nadelstich für Nadelstich.

Die 610, die blieben, halten den Laden am Laufen. Deshalb kann keiner zur Feier, es liefe sonst nichts.

Abgesagt wurde neun Tage vorher. Der Saal war gebucht, das Buffet bestellt, die Menschen unabkömmlich.

Unabkömmlich sind sie, weil man sie zu wenige gemacht hat. Der Grund für die Absage ist der Erfolg der Sparpolitik.

Man feiert die Treue nicht, weil man sie ausgepresst hat. Bis kein Tropfen für ein Glas Sekt blieb.

Der Vorstand bedauert. Er bedauert per E-Mail, aus einem Büro, das nie unterbesetzt ist.

In der Chefetage fällt keine Feier aus. Dort ist immer jemand da, fürs Foto und fürs Buffet.

Herr Radtke ist einer der 41. 40 Jahre Fahrdienst, Schicht, Nacht, Wochenende.

Er hatte den Anzug gebügelt. Die Urkunde wäre die erste Anerkennung seit langem gewesen.

Stattdessen kam die Absage, mit Bedauern und einem Link zum Betriebsklima-Portal. Er hat nicht draufgeklickt.

Seine Ehrennadel kommt jetzt mit der Post. In einem Umschlag, ungefeiert, portooptimiert.

40 Jahre, abgehakt auf einem Laufzettel. Unterschrift, Stempel, weiter im Text.

Der Minister lobt anderswo die Wertschätzung für Beschäftigte. Wertschätzung ist ein Wort für Reden, kein Posten im Plan.

Gefeiert wird erst wieder, wenn genug Leute da sind. Also nie, so wie es geplant ist.

Denn wer 40 Jahre schafft, geht bald. Nachbesetzt wird die Stelle nicht, die Feier erst recht nicht.

Man ehrt 40 Jahre Treue am liebsten gar nicht. Dann muss man auch nicht erklären, warum keiner mehr da ist.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 41 Jubilare mit vierzig Dienstjahren – der Bereich hatte 1986 noch 2.400 Stellen, heute 610 +++

+++ Gutschein über 25 Euro für das Bordbistro, geöffnet auf 34 Prozent der Fahrten +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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