Bahnhof zu ab 23 Uhr, der letzte Zug kommt erst 0:40

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Bahnhof zu ab 23 Uhr, der letzte Zug kommt erst 0:40

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (danach draußen)

Nachtschließung Bahnhof Satire: Waschbär sitzt nachts vor der verschlossenen Glastür eines Empfangsgebäudes

Das Gebäude schließt um 23 Uhr. Der Zug kommt um 0:40 Uhr. Foto: wpa (Symbolbild)

Münster (wpa) – Das Empfangsgebäude schließt künftig um 23 Uhr. Der letzte Zug kommt um 0:40, dann steht der Reisende vor verschlossener Tür.

Hundert Minuten liegen dazwischen. Der Konzern kennt beide Zahlen und hat sie nie nebeneinandergelegt.

„Grundlage ist das Objektschutzkonzept“, sagt Objektschutzvorstand Manfred Schließfach. Geschützt wird das Objekt, nicht der Mensch darin.

Sauber bleibt die Halle jetzt zuverlässig. Vor allem, weil keiner mehr rein darf.

Nach 23 Uhr ist kein Personal da. Man hat es erst weggespart und sperrt jetzt folgerichtig die Tür ab.

Ohne Personal darf die Halle nicht offen sein. Das ist eine Auflage der Versicherung.

Nicht der Reisende zählt, sondern die Police. Die Police friert nicht.

Der Bahnsteig bleibt offen, das Dach ist undicht, die Bank aus Metall. Im Januar sind das minus acht Grad, gemessen, nicht geschätzt.

Der Warteraum mit der Heizung ist zu. Die Heizung läuft trotzdem, für die leere Halle, das ist Effizienz.

Bei der Festlegung der Schließzeit wurde der Fahrplan nicht herangezogen. Man plant die Schließung eines Bahnhofs, ohne in den Fahrplan zu schauen.

Hätte man geschaut, hätte man den letzten Zug gesehen. Aber Schauen ist Arbeit, und 23 Uhr ist eine runde Zahl.

Der Vorstand nennt das Vandalismusprävention. Verhindert wird vor allem, dass jemand drinnen sitzt.

Vandalen kommen so oder so über den Bahnsteig. Der bleibt ja offen, nur die Sitzenden sind das Problem.

Der Minister lobt das Sicherheitskonzept. Er ist um 23 Uhr zu Hause, im Warmen, wie meistens.

Frau Steiner kommt dreimal die Woche mit dem 0:40 zurück. Von der Spätschicht, mit müden Beinen.

Sie steht dann vor der abgeschlossenen Tür ihres eigenen Bahnhofs. Dahinter, warm und hell, ihr Warteraum, für niemanden.

Ein Taxi gibt es nachts nicht, den Bus schon lange nicht. Es gibt die Kälte und die 22 Minuten zu Fuß.

Beschwert hat sie sich, schriftlich, korrekt. Die Antwort verwies auf das Objektschutzkonzept.

Das Konzept ist geprüft, freigegeben und versichert. Nur bewohnbar ist es nicht.

Der Bahnhof ist nachts vorbildlich sicher. Sicher ist vor allem, dass niemand mehr reinkommt.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ 100 Minuten zwischen Schließzeit und letztem Zug, der nächste Bus fährt um 5:12 +++

+++ Eine Personalstunde je Nacht wären 14.965 Euro im Jahr, der Vorschlag liegt seit März in Prüfung +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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