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Nahverkehrsgeld nach Köpfen, die leere Strecke geht leer aus
Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (nach Kopfzahl gewichtet)

Zwischen den Städten liegt die Strecke. In der Formel liegt dort nichts. Foto: wpa (Symbolbild)
Berlin (wpa) – Das Nahverkehrsgeld wird nach Einwohnern verteilt. Wer weit fährt und dünn besiedelt ist, geht leer aus.
Das Gewicht trägt die Einwohnerzahl. Die Fläche zählt null, ausgerechnet die Fläche, die Bahn erst nötig macht.
„Der Schlüssel ist fachlich sauber hergeleitet“, sagt Verteilungsreferent Bruno Schlüsselzahl. Sauber hergeleitet ist auch ein Fallbeil.
Dass die Fläche null zählt, ist keine Auslassung. Es ist eine Entscheidung, sauber dokumentiert, mit Datum und Kürzel.
Man hat die Weite bewusst auf null gesetzt. Wo wenige wohnen, sollen wenige fahren, so die Logik.
Im ländlichen Raum liegen 64 Prozent der Streckenkilometer. Dorthin fließen 19 Prozent des Geldes.
Zwei Drittel der Schiene bekommen ein Fünftel der Mittel. Der Rest geht dahin, wo schon eine U-Bahn fährt.
Geld gibt es also da, wo man es am wenigsten braucht. Und keins da, wo ohne Zug gar nichts geht.
Eine Strecke zwischen zwei Landkreisen hat keine Einwohner. Keinen Sitz, keine Stimme, keinen Cent.
Beide Kreise bekommen Geld, keiner für die Verbindung. Die Verbindung fällt durch den Rost des Schlüssels.
Das Geld der Kreise fließt in Kreisverkehre. Rund, teuer, und für die Bahn verloren.
Der Zug dazwischen fährt im Stundentakt. Bis er es nicht mehr tut, dann ist der Schlüssel schuld an nichts.
Der Vorstand zuckt mit den Schultern. Er verteilt nicht, er kassiert nur, wo verteilt wird.
Der Minister nennt den Schlüssel gerecht. Gerecht ist er für die Mehrheit, tödlich für den Rand.
Am Rand wohnt Frau Harms. Ihr Ort liegt zwischen zwei Kreisen, an einer Strecke ohne Etat.
Ihr Zug kommt jede Stunde, noch. Jede Ausschreibung fürchtet sie wie ein Urteil.
Denn Ausschreibungen richten sich nach dem Geld, und das Geld kennt ihren Ort nicht. Er hat ja keine Köpfe, nur Menschen.
Köpfe zählen im Schlüssel, Menschen nicht. Das ist ein feiner, tödlicher Unterschied.
Umgestellt wird der Schlüssel nicht. Wer profitiert, ist die Mehrheit, und die Mehrheit stimmt ab.
Die leere Strecke bekommt kein Geld, weil sie leer ist. Leer bleibt sie, weil sie kein Geld bekommt.
+++ MÜLLEIMER-TICKER +++
+++ Strecken zwischen zwei Kreisen haben keinen Sitz und gehen deshalb in den Schlüssel nicht ein +++
+++ Gemeinsame Beantragung setzt einen Zweckverband voraus, Gründungsdauer im Mittel 22 Monate +++
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